121 Millionen Euro Förderung, Malversationen, 1.500 betroffene Kinder – in Wien gerät ein Kindergartenskandal ins Rollen.
In Wien haben 13 Kindergartenvereine ihre öffentlichen Förderungen verloren – Hintergrund sind finanzielle Unregelmäßigkeiten in der Verwaltung der betroffenen Träger. Die ÖVP übt scharfe Kritik daran, dass die zuständigen Stellen trotz früh vorliegender Hinweise auf Missstände weiterhin Gelder ausbezahlt haben.
Seit dem Jahr 2010 flossen insgesamt rund 121 Millionen Euro an Förderungen an diese Vereine. Zurückgefordert wurde bislang etwas mehr als eine Million Euro, wobei ein Teil davon noch aussteht. An den betroffenen Standorten werden knapp 1.500 Kinder betreut.
Frühe Warnsignale
Fünf der 13 Vereine stehen bereits seit 2009 beziehungsweise 2010 in einem Förderverhältnis mit der Stadt, bei vier von ihnen lagen schon seit 2024 konkrete Hinweise auf Probleme vor. Auf die Missstände aufmerksam gemacht hatte die Stadt ein Bericht des Wiener Stadtrechnungshofs, der Malversationen dokumentierte.
Politische Kritik
Eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien wurde bislang nicht erstattet, da der interne Prüf- und Entscheidungsfindungsprozess noch nicht abgeschlossen sei. ÖVP-Klubchef Harald Zierfuß richtete deutliche Kritik an die Magistratsabteilung 10: „Die MA 10 findet es nicht einmal der Mühe wert, Eltern über Schließungen zu informieren.“ Und weiter: „Dieses Kontrollversagen der NEOS kostet hunderten Kindern von einem Tag auf den anderen den Kindergartenplatz.“
Für zahlreiche Wiener Familien gestaltet sich die Suche nach einem neuen Betreuungsplatz seither als erhebliche Herausforderung.