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Mythos?

Nach Flug krank wegen Klimaanlage? Ärzte klären auf

Nach Flug krank wegen Klimaanlage? Ärzte klären auf
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3 Min. Lesezeit |

Wer kennt es nicht? Man sitzt im Urlaub mit laufender Nase und Halskratzen und macht sofort die Klimaanlage verantwortlich. Die eisige Luft im Hotel, Restaurant oder Auto scheint der perfekte Sündenbock für die plötzlichen Beschwerden zu sein. Doch entspricht diese weit verbreitete Annahme tatsächlich der Realität?

Klimaanlagen und Erkältungen

Die Situation ist allzu vertraut: Bei sommerlichen Temperaturen um die 30 Grad flüchten wir uns in klimatisierte Räume und genießen zunächst die angenehme Kühle. Doch plötzlich wird es unangenehm – die Nase beginnt zu kribbeln und die Gliederschmerzen setzen ein.

Doch der medizinische Experte widerspricht der gängigen Theorie vehement. „Eine Erkältung hat mit der Klimaanlage genauso wenig zu tun wie mit nasskaltem Herbstwetter“, erklärt Dr. Christoph Specht, Allgemeinmediziner und Medizinjournalist, im RTL-Interview. „Sie könnten sich mit dem nackten Hintern bei -45 Grad auf eine Eisscholle in der Arktis setzen und Sie würden keine Erkältung bekommen“, verdeutlicht er mit einem drastischen Beispiel.

Der entscheidende Faktor fehlt in dieser Gleichung: die Krankheitserreger. „Damit wir uns erkälten, müssen wenigstens ein paar Bakterien oder Viren herumschwirren, die einen Husten oder eine Erkältung auslösen können. Wenn die nicht da sind, können wir uns auch nicht erkälten“, führt der Mediziner aus.

Konkret bedeutet das: „Ich kann mich in einen Raum setzen, wo eine Klimaanlage an und bis oben hin aufgedreht ist, dann wird mir fürchterlich kalt sein – aber ich werde dadurch alleine keine Erkältung bekommen.“

Trockene Schleimhäute

Allerdings räumt Dr. Specht ein, dass Klimaanlagen durchaus indirekt zu Erkältungen beitragen können – vorausgesetzt, Krankheitserreger sind bereits vorhanden. „Die Luft in Räumen mit Klimaanlagen ist normalerweise eher trocken; Klimaanlagen nehmen die Feuchtigkeit raus.“ Das sorgt dafür, dass unsere Schleimhäute trockener und weniger gut durchblutet werden. Das beeinträchtigt die Barriere zwischen Außen- und Innenraum des Körpers und wir sind insgesamt anfälliger für Viren und Bakterien, wenn jemand durch den Raum läuft, der hustet oder schnupft.

Interessanterweise ist die Klimaanlage jedoch für ein ganz anderes Gesundheitsproblem verantwortlich, wie der Allgemeinmediziner verrät. Statt Erkältungen verursacht sie häufig Nackenverspannungen – ein Leiden, das den Urlaubsgenuss ebenso empfindlich stören kann.

„Ich kann durch die Klimaanlage einen steifen Nacken kriegen, weil sich die Muskulatur verkrampft. Diese muskulären Verspannungen sind sehr unangenehm und können noch dazu relativ lange anhalten. Das dauert, bis wir die Muskulatur wieder mobilisiert bekommen. Am besten geht das mit Wärme und Bewegung, tut aber natürlich zunächst einmal weh“, erläutert Specht.

Praktische Tipps

Der Zusammenhang zwischen Klimaanlage und Muskelverspannungen ist eine simple körperliche Reaktion: Kalte Luft, die auf den Körper trifft, führt zu einer Kontraktion der Muskulatur – ein Zustand, der anhält und Schmerzen verursachen kann.

Dr. Specht empfiehlt daher, die Klimaanlage nicht zu extrem einzustellen. Besonders im Auto sei es unnötig, bei hohen Außentemperaturen die Innenraumtemperatur auf 18 Grad herunterzukühlen. „Der hohe Temperaturunterschied im Vergleich zum kühlen Raum und einer hohen Außentemperatur bedeutet für den Körper echt Stress. Denn er hat Probleme, sich so schnell anzupassen.“

Ein weiterer praktischer Ratschlag des Mediziners: Die Temperatur der Klimaanlage schrittweise regulieren, um dem Körper Anpassungszeit zu geben.

Manchmal reicht es auch schon, zwischendurch das Fenster zu öffnen und frische Sommerluft hereinzulassen – eine einfache, aber effektive Methode, um das Wohlbefinden zu steigern.

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KO KOSMO-Redaktion
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