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Höllenritt

Wiener Fiaker-Tradition trotzt der Hitze – auch bei 38 Grad kein Stopp!

Wiener Fiaker-Tradition trotzt der Hitze – auch bei 38 Grad kein Stopp!
FOTO: iStock/Robert Ray
3 Min. Lesezeit |

Bei brütenden 34 Grad ziehen Fiaker weiter durch Wiens Innenstadt. Tierschützer schlagen Alarm und fordern mit einer Petition strengere Regeln für die Pferdekutschen.

Während Wien unter extremer Hitze leidet und die Temperaturen auf über 34 Grad klettern, mit Aussicht auf 38 Grad am Folgetag, setzen Fiaker (traditionelle Pferdekutschen) ihren Betrieb in der Innenstadt unverändert fort. Die Organisation Tierschutz Austria schlägt Alarm und bezeichnet die Situation als untragbar für die eingesetzten Pferde. „Die als romantische Stadtrundfahrt beworbenen Touren bedeuten für die Tiere tatsächlich einen täglichen Höllenritt durch Lärm, Stress, Hitze und Abgase“, erklärt Martin Aschauer, der als Sprecher von Tierschutz Austria fungiert. „Stundenlang müssen die Pferde auf heißem Asphalt und unebenem Kopfsteinpflaster zwischen Autos und Touristenmassen ausharren – das ist weder artgerecht noch verantwortbar“, so Aschauer.

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Unzureichende Schutzmaßnahmen

Die bestehenden Schutzmaßnahmen greifen nach Ansicht des Sprechers deutlich zu spät. Erst wenn die Thermometer 35 Grad im Schatten anzeigen, tritt ein Fahrverbot in Kraft. Tierschutz Austria weist jedoch darauf hin, dass die gefühlte Temperatur in den schmalen Straßenzügen der Wiener City erheblich höher liegt. Die offiziellen Messstationen der Stadt befinden sich an nur wenigen ausgewählten Standorten. Dort werden die kritischen Werte oft noch nicht erreicht, obwohl die Tiere bereits an ihre Belastungsgrenze stoßen.

Aschauer bemängelt zudem fehlende Grundstandards bei vielen Fiakerbetrieben: „Weidegang in der Freizeit ist nicht vorgeschrieben und für viele Kutschpferde schlicht nicht vorhanden.“ Besonders alarmierend sei die Situation im Vorjahr gewesen, als Fiaker selbst bei Unwettern, Sturm und heftigem Niederschlag im Einsatz dokumentiert wurden.

Petition gestartet

Die Tierschutzorganisation will die gegenwärtigen Zustände nicht mehr akzeptieren. Mit einer Unterschriftenaktion verlangt sie ein unverzügliches Verbot von Fiakerfahrten ab 30 Grad Außentemperatur sowie eine grundsätzliche Neuplanung der Routen außerhalb des Wiener Stadtzentrums. Innerhalb kurzer Zeit haben bereits über 6.000 Personen die Petition unterzeichnet. In einem dringlichen Appell fordert Tierschutz Austria die Verantwortlichen der Stadt zum sofortigen Handeln auf, bevor weitere Tiere leiden müssen.

„Tierschutz endet nicht bei Heimtieren – auch Arbeits- und Nutztiere brauchen unseren Schutz“, betont Martin Aschauer.

Wissenschaftliche Studie angekündigt

Die Debatte um den Einsatz von Fiakerpferden bei Hitze ist nicht neu. In Wien gilt seit Jahren ein gesetzliches Fahrverbot ab 35 Grad Celsius, das von Tierschutzorganisationen jedoch konsequent als zu hoch kritisiert wird. Eine wissenschaftliche Studie zur tatsächlichen Belastung der Fiakerpferde wurde mittlerweile von Bund und Stadt Wien angekündigt. Die ersten Ergebnisse werden allerdings erst in zwei bis drei Jahren erwartet – ein Zeitraum, den Tierschützer angesichts der zunehmenden Hitzeperioden als zu lang bewerten.

Während die Diskussion anhält, müssen die Fiakerpferde bei bis zu 34 Grad weiterhin ihre Runden in der Wiener Innenstadt drehen. Erst wenn das Thermometer auf 35 Grad klettert, dürfen sie in den Stall zurückkehren.

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KO KOSMO-Redaktion
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