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Feinstaubkatastrophe

Kanadische Waldbrände töteten tausende Europäer

Kanadische Waldbrände töteten tausende Europäer
(FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Die Rauchschwaden kanadischer Waldbrände forderten 2023 eine erschreckende Bilanz: Nicht nur in Nordamerika, sondern auch in Europa starben tausende Menschen vorzeitig.

Die verheerenden Waldbrände in Kanada haben 2023 deutlich mehr Menschenleben gefordert als bisher angenommen. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Studie trugen die gigantischen Feuer zu rund 70.000 vorzeitigen Todesfällen bei – nicht nur in Nordamerika, sondern überraschenderweise auch in Europa.

Von Mai bis September wüteten die Brände quer durch Kanada und vernichteten eine Rekordfläche von rund 15 Millionen Hektar Vegetation – mehr als das Doppelte des bisherigen Höchstwerts. Die im renommierten Fachjournal „Nature“ publizierte Untersuchung kommt zu dem alarmierenden Ergebnis, dass 354 Millionen Menschen in Nordamerika und Europa durch diese Feuersbrunst gesundheitsschädlichen Feinstaubkonzentrationen (PM2,5) ausgesetzt waren, die weit über den von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) festgelegten Grenzwerten lagen.

Die Langzeitfolgen dieser Luftverschmutzung sind erschreckend: Die Wissenschaftler beziffern die Zahl der dadurch verursachten Todesfälle auf 41.900 in Nordamerika und 22.400 in Europa. Besonders stark betroffen waren unter den europäischen Ländern Spanien, Frankreich und Italien. Die Luftqualität wurde in Städten wie Paris, Madrid und Mailand zeitweise als „ungesund für empfindliche Gruppen“ eingestuft. Insgesamt führte die Katastrophe zu fast 70.000 vorzeitigen Todesfällen auf beiden Kontinenten, wobei der Großteil auf die allgemeine Luftverschmutzung zurückzuführen ist und ein kleinerer Teil auf die direkte Rauchexposition.

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Überraschende Verteilung

Ein überraschendes Forschungsergebnis: Die USA verzeichneten mit 4.100 Todesfällen mehr direkte Opfer durch toxische Dämpfe als Kanada selbst, wo „nur“ 1.300 Menschen an den unmittelbaren Folgen der Rauchexposition starben. „Das Ausmaß der Bevölkerungsexposition und die auf die Brände zurückzuführende Sterblichkeit sind höher als erwartet“, erklärte Studienautor Qiang Zhang von der Tsinghua-Universität in Peking gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

„Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass solche extremen Waldbrände nicht mehr nur ein regionales ökologisches Problem sind, sondern zu einem globalen Problem der öffentlichen Gesundheit geworden sind“, warnte der Forscher.

Gesundheitsrisiken

Besonders gefährlich ist der Feinstaub, der beim Einatmen direkt in den Blutkreislauf gelangt und zu den Hauptverursachern von chronischer Bronchitis, Lungenkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählt. Die WHO hat für PM2,5-Feinstaub einen verschärften Grenzwert von 5 Mikrogramm pro Kubikmeter als Jahresmittelwert festgelegt, der durch die kanadischen Rauchschwaden in mehreren europäischen Regionen deutlich überschritten wurde.

Die aktuellen Berechnungen stellen laut Zhang die erste umfassende Schätzung dieser Art dar. Die Wissenschaftler mussten aufgrund fehlender Vergleichsstudien ein eigenes Computermodell entwickeln, das auf Satellitenbeobachtungen basiert. Sie räumen ein, dass sie damit nicht die spezifischen Auswirkungen einzelner Schadstoffe auf die Gesundheit bestimmen konnten.

Angesichts der Tatsache, dass der Klimawandel Waldbrände künftig noch größer, häufiger und intensiver werden lässt, gewinnt die Forschung zu diesem Thema jedoch zunehmend an Bedeutung. Die massiven Evakuierungen und internationalen Auswirkungen der 2023er Brandsaison haben gezeigt, dass Waldbrände längst nicht mehr nur ein lokales Problem darstellen.

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KO KOSMO-Redaktion
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