Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Hundegesundheit

Schlaflose Vierbeiner: Was tun, wenn der Hund nachts zum Quälgeist wird?

Schlaflose Vierbeiner: Was tun, wenn der Hund nachts zum Quälgeist wird?
(Foto: Pexels)
4 Min. Lesezeit |

Wenn der Vierbeiner nachts unruhig wird, liegt das selten an Schlafmangel. Hinter der nächtlichen Ruhelosigkeit können verschiedene Ursachen stecken – mit natürlichen Lösungen.

Nicht nur Menschen wälzen sich manchmal schlaflos im Bett – auch unsere vierbeinigen Begleiter können unter nächtlicher Unruhe leiden. Während wir Menschen zur Schlaftablette greifen könnten, ist dies bei Hunden keine Option. Stattdessen gibt es zahlreiche natürliche Wege, um bellende, winselnde oder ruhelos umherwandernde Hunde wieder in einen gesunden Schlafrhythmus zu bringen. Das Fachportal The Spruce Pets hat zusammengefasst, was Hundehalter über Schlaflosigkeit bei ihren Lieblingen wissen sollten.

Die meisten Hunde sind wahre Schlafkünstler und nutzen jede Gelegenheit für ein Nickerchen. Häufig dösen sie, während Frauchen oder Herrchen bei der Arbeit sind, und haben nachts dann überschüssige Energie zum Bewachen, Spielen oder Aufmerksamkeitsheischen. Besonders Welpen und temperamentvolle Rassen zeigen dieses Verhalten. Wenn ein bisher schlaffreudiger Hund plötzlich unruhige Nächte hat, können sowohl körperliche als auch verhaltensbedingte Ursachen dahinterstecken.

Zu den typischen Auslösern zählen Schmerzen durch Verletzungen oder Arthritis, Demenz, Diabetes, eine Schilddrüsenüberfunktion, Harnwegsinfektionen sowie Angst oder Stress. Bei auffälligen Veränderungen im Schlafverhalten sollte daher zeitnah ein Tierarzttermin vereinbart werden, bei dem auch andere ungewöhnliche Verhaltensweisen angesprochen werden sollten.

Verständlicherweise brauchen Hunde Zeit, um sich an ein neues Zuhause zu gewöhnen. Welpen, die frisch von Mutter und Geschwistern getrennt wurden, müssen erst lernen, an einem fremden Ort allein zu schlafen. Ähnliches gilt für Tierheimhunde, die in eine neue Familie kommen. Diese Anpassungsschwierigkeiten verschwinden in der Regel von selbständig, sobald sich der Hund heimisch fühlt und den Familienrhythmus übernommen hat.

Natürliche Hilfen

Nachdem gesundheitliche Probleme ausgeschlossen wurden, können verschiedene Methoden helfen, den Hund an den menschlichen Schlafrhythmus anzupassen. Der Markt bietet zahlreiche beruhigende Produkte, die Stress reduzieren und ängstliche Vierbeiner entspannen können – von Leckerlis und Nahrungsergänzungsmitteln bis hin zu Pheromon-Halsbändern (Duftstoff-Halsbänder), Sprays oder Diffusoren. Bei ausgeprägten Angstzuständen kann der Tierarzt auch verschreibungspflichtige Medikamente empfehlen. Vor jeder Anwendung sollte jedoch unbedingt fachlicher Rat eingeholt werden.

Als sanfte natürliche Alternative haben sich Baldrian, Johanniskraut und CBD-Öl bewährt. Diese Naturstoffe können Stress und Angst schonend lindern und so zu ruhigeren Nächten beitragen. Die Dosierung sollte jedoch individuell mit einem Tierarzt abgestimmt werden, um Nebenwirkungen zu vermeiden und die optimale Wirkung zu erzielen.

Melatonin (Schlafhormon), ein schlafregulierendes Hormon, wird von manchen Tierärzten auch für Haustiere empfohlen. Die richtige Dosierung muss jedoch unbedingt mit dem Fachmann abgestimmt werden. Oft ist vermehrte körperliche Aktivität die einfachste Lösung: Ausreichend tägliche Bewegung und besonders ein abendlicher Spaziergang oder eine intensive Spieleinheit etwa eine Stunde vor der Schlafenszeit können Wunder wirken, um überschüssige Energie abzubauen.

Manchmal liegt die Lösung in einer simplen Umgestaltung des Schlafplatzes. Ein näher am Menschenbett platziertes Hundebett kann dem Tier mehr Sicherheit vermitteln. Bei Boxenschläfern kann eine darübergelegte Decke störende Lichtreize und Geräusche abschirmen. Auch sanfte Instrumentalmusik oder eine entspannende Massage vor dem Zubettgehen können dem Hund helfen, zur Ruhe zu kommen.

Speziell für sensible oder ältere Hunde können orthopädische Hundebetten aus natürlichen Materialien wie Bio-Hanf, Kokosfaser oder Naturlatex nächtliche Unruhe reduzieren. Diese entlasten die Gelenke, beugen Allergien vor und schaffen ein angenehmes Schlafklima – wichtige Faktoren für einen erholsamen Schlaf.

Wichtige Vorsichtsmaßnahmen

Die beste Vorbeugung gegen Schlafprobleme ist ein rundum gesundes und glückliches Hundeleben. Eine verlässliche Tagesroutine, ausreichend Bewegung und Spielzeit sowie regelmäßige tierärztliche Kontrollen bilden die Grundlage. Praktisch ist zudem, den Hund unmittelbar vor der Nachtruhe nochmals nach draußen zu führen und eventuell eine kleine Spätmahlzeit anzubieten, um frühmorgendlichen Hunger zu vermeiden.

Speziell für Hunde entwickelte Schlaftabletten gibt es nicht, und viele für Menschen konzipierte Schlafmittel sind für Vierbeiner sogar giftig. Verabreichen Sie Ihrem Hund niemals eigenmächtig Medikamente ohne vorherige tierärztliche Absprache. Sollte Ihr Hund versehentlich menschliche Schlaftabletten verschluckt haben, ist sofortiger tierärztlicher Notfallkontakt erforderlich. Notieren Sie wenn möglich, wie viele Tabletten aufgenommen wurden und wann dies geschah.

Ein häufiger Fehler bei nächtlichen Störungen: Wenn Ihr Hund Sie weckt und spielen möchte, sollten Sie ihm keinesfalls Aufmerksamkeit schenken. Konsequentes Ignorieren ist der effektivste Weg, um ihm beizubringen, dass dieses Verhalten nicht zum Erfolg führt. Jede Reaktion – und sei sie noch so klein – verstärkt nur das unerwünschte Verhalten.

Bei Verdacht auf gesundheitliche Ursachen der Schlaflosigkeit ist hingegen umgehend tierärztlicher Rat einzuholen.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen