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Gefangenenaustausch

Lukasenko beugt sich Trump – 52 Gefangene plötzlich auf dem Weg nach Westen

Lukasenko beugt sich Trump – 52 Gefangene plötzlich auf dem Weg nach Westen
(FOTO: EPA/MICHAEL REYNOLDS)
3 Min. Lesezeit |

Nach Trumps Druck auf Lukasenko atmen 52 Menschen auf. Der belarussische Machthaber lässt Gefangene frei – darunter auch Deutsche. Ein diplomatischer Coup mit Hintergedanken.

Freilassung nach Gesprächen

US-Präsident Donald Trump hatte den belarussischen Machthaber Alexander Lukasenko bereits im vergangenen Monat zur Freilassung von bis zu 1.400 Gefangenen aufgefordert, die er als „Geiseln“ bezeichnete. Dieses Telefonat fand nur wenige Stunden vor Trumps Gipfeltreffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Alaska statt und konzentrierte sich auf die Situation politischer Gefangener.

Nun hat Belarus tatsächlich 52 Inhaftierte verschiedener Nationalitäten auf freien Fuß gesetzt. Ein Sprecher der US-Botschaft in Vilnius bestätigte am Donnerstag, dass sich die Freigelassenen gemeinsam mit der amerikanischen Verhandlungsdelegation auf dem Weg nach Litauen befinden. „Die amerikanische Delegation unter Leitung von John Coale, einem Vertreter des US-Präsidenten, reist nach erfolgreichen Verhandlungen in Minsk mit den 52 freigelassenen Gefangenen nach Vilnius“, erklärte der Botschaftssprecher.

Es handelt sich um die bislang größte Gruppe von Gefangenen, die Lukasenko begnadigt hat. Der belarussische Machthaber versucht damit offenbar, die Beziehungen zu den USA nach Jahren der Isolation und Sanktionen gegen sein Land zu verbessern. Laut der staatlichen belarussischen Nachrichtenagentur Belta befinden sich unter den Freigelassenen 14 ausländische Staatsbürger aus Litauen, Lettland, Polen, Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

Unter den freigelassenen Ausländern befinden sich zwei Deutsche, sechs Litauer, zwei Letten, zwei Polen, ein Franzose und ein Brite. Die übrigen 38 Inhaftierten sind belarussische Staatsangehörige, bei denen es sich laut litauischer Regierung um Oppositionelle, Journalisten und Demonstrationsteilnehmer handelt.

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Diplomatische Annäherung

Belta zitiert zudem eine Aussage des erfahrenen Anwalts Coale, der im Auftrag Trumps handelt, wonach der US-Präsident Lukasenko die Wiedereröffnung der amerikanischen Botschaft in Minsk in Aussicht gestellt habe. Dem Bericht zufolge empfing Lukasenko Coale persönlich in Minsk. Der Trump-Gesandte überreichte dem Machthaber einen Brief auf Englisch, der mit „Donald“ unterzeichnet war.

„Wenn Donald darauf besteht, dass er bereit ist, all diese freigelassenen Gefangenen aufzunehmen – Gott segne euch –, dann lasst uns versuchen, eine globale Vereinbarung zu erzielen, oder wie Herr Trump es gerne nennt: einen großen Deal“, sagte Lukasenko, der auch Trumps Bemühungen um ein Friedensabkommen in der Ukraine lobte.

Trumps neue Rhetorik

Lukasenko, der als enger Verbündeter Putins gilt, regiert Belarus seit mehr als drei Jahrzehnten mit harter Hand. Noch vor kurzem hatte er erklärt, er sei nicht bereit, „Banditen“ freizulassen, die „Krieg“ gegen den Staat führen könnten. Trump hingegen fand zuletzt auffällig freundliche Worte für den vom Westen lange geächteten Machthaber und kündigte an, sich mit ihm treffen zu wollen. Vergangene Woche bezeichnete er Lukasenko als „sehr respektierten Mann, eine starke Person, einen starken Anführer“.

Belarus teilt eine Grenze mit der Ukraine und drei NATO-Mitgliedsstaaten. Lukasenko stellte Putin belarussisches Territorium für den Einmarsch in die Ukraine zur Verfügung, hat sich jedoch nie direkt am Krieg beteiligt.

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KO KOSMO-Redaktion
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