Die Coronawelle trifft Österreich im Herbst mit voller Wucht – und stellt das Rote Kreuz vor eine gefährliche Herausforderung bei der lebensrettenden Blutversorgung.
Die aktuelle Coronawelle macht dem Roten Kreuz bei der Blutversorgung zu schaffen. Mit dem Schulbeginn und den sinkenden Temperaturen im Herbst verbreitet sich das Virus verstärkt in Österreich. Besonders in Ostösterreich sind zahlreiche Menschen erkrankt.
Für das Rote Kreuz entwickelt sich die Situation zunehmend problematisch. Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant der Organisation, erklärt die Lage: „Vor allem in Ostösterreich sind aktuell viele Menschen krank und können jetzt nicht zur Blutspende kommen.“ Daher appelliert das Rote Kreuz eindringlich an die Bevölkerung, in den kommenden Wochen Blut zu spenden.
Kritische Versorgungslage
„Wie jedes Jahr sind unsere Blut-Lagerstände nach dem Sommer auf einem niedrigen Niveau und normalerweise würden wir diese jetzt aufbauen, um gut in die kalte Jahreszeit zu starten. Die aktuelle Krankheitswelle macht uns leider einen gefährlichen Strich durch die Rechnung“, erläuterte Foitik. „Wir sind in großer Sorge, dass wir jene 1000 Blutkonserven, die wir jeden Tag in Österreich brauchen, um das Leben von Patientinnen und Patienten zu retten, nicht länger liefern können.“
Die Versorgungslage ist besonders prekär, da Blutkonserven nur 42 Tage haltbar sind und keine Möglichkeit zur künstlichen Herstellung besteht. Das macht die kontinuierliche Spendenbereitschaft der Bevölkerung zu einem kritischen Faktor für die Patientenversorgung in den österreichischen Krankenhäusern.
Gleichzeitig bittet das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) um Verständnis für mögliche Verzögerungen. ÖRK-Sprecherin Margit Draxl weist darauf hin: „Die Coronafälle betreffen alle, und damit auch unser Personal.“ Aufgrund erhöhter Krankenstände könne es bei der Blutspende zu verlängerten Wartezeiten kommen.
Milde Verläufe
Positiv zu vermerken ist, dass die Infektionen meist mild verlaufen und selten Krankenhausaufenthalte nötig machen. Dies belegen die Daten des SARI-Dashboards (Überwachungssystem für schwere Atemwegsinfekte), das Schwere Akute Respiratorische Infektionen erfasst – darunter Covid-19, Influenza, Pneumokokken-Pneumonie, RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus) sowie andere schwerwiegende Atemwegserkrankungen wie akute Bronchitis oder Lungenentzündungen verschiedener Ursachen.
Wer sich gegen Corona immunisieren lassen möchte, kann dies bereits mit dem an die aktuelle Virusvariante angepassten Impfstoff tun. Die Impfung wird sowohl in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen als auch bei vielen niedergelassenen Ärzten angeboten.