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Wohnkrise

Hohe Inflation treibt Mieten weiter in die Höhe

Hohe Inflation treibt Mieten weiter in die Höhe
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3 Min. Lesezeit |

Österreichs Mieter trifft es härter als die Nachbarn: Während hierzulande die Wohnkosten rasant steigen, bleiben Deutschland und die Schweiz von extremen Preissprüngen verschont.

In Österreich klettern die Wohnungsmieten deutlich schneller als in den Nachbarländern. Während hierzulande seit Anfang Jänner 2025 ein durchschnittlicher Anstieg von 3,5 Prozent verzeichnet wurde, fielen die Steigerungen in Deutschland mit 1,8 Prozent und in der Schweiz mit 2,2 Prozent wesentlich moderater aus. Dies geht aus einer aktuellen Erhebung des Beraternetzwerks Kreutzer Fischer & Partner hervor. Besonders auffällig wird der Unterschied bei Betrachtung der vergangenen 40 Monate: In diesem Zeitraum verteuerten sich österreichische Mietwohnungen um insgesamt 19 Prozent, während die Mieten in Deutschland nur um 6,2 Prozent und in der Schweiz um 7,4 Prozent anstiegen.

Trotz der höheren Steigerungsraten bleibt Wien im europäischen Vergleich relativ mieterfreundlich: Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt aktuell bei 10,80 Euro. Zum Vergleich: In Städten wie Luxemburg, Paris oder Dublin werden zwischen 31,7 und 43,4 Euro pro Quadratmeter verlangt, wie aus dem Deloitte Property Index 2025 hervorgeht.

Inflationsgebundene Mieten

Die Fachleute identifizieren die starke Bindung der Mieten an die Inflationsrate als zentrale Ursache für diese Entwicklung – ein Faktor, der in Österreich besonders ins Gewicht fällt, da die Teuerung zuletzt überdurchschnittlich hoch ausfiel. Im Vergleich dazu dürfen Schweizer Vermieter lediglich 40 Prozent der Inflationsrate an ihre Mieter weitergeben, während in Deutschland vorwiegend regionale Mietspiegel (lokale Mietpreis-Übersichten) als Orientierungsgrundlage dienen. „Die umstrittene Mietpreisbremse ist keineswegs eine Zumutung für Vermieter“, betonte Wohnbauexperte Andreas Kreutzer. Sie nehme vielmehr Anleihe am Schweizer Modell, wenn auch in abgeschwächter Form.

Die Schweizer Regelung zeigt ihre Wirkung deutlich: Obwohl die Mietpreise dort im Durchschnitt 90 bis 150 Prozent höher als in Deutschland liegen – ein Einzimmerapartment im Stadtzentrum kostet etwa 1.600 Schweizer Franken gegenüber 800 Euro in Deutschland – bleiben die jährlichen Steigerungsraten moderat.

Wohnungszustand verschlechtert

Aus Sicht des Experten besteht jedoch weiterer Regelungsbedarf: Während die Mieten auf dem unregulierten Markt im vergangenen Jahrzehnt um etwa 40 Prozent zulegten, sei gleichzeitig eine Verschlechterung des Wohnungszustands zu beobachten. Anders als in Deutschland, wo Vermieter zu sogenannten Schönheitsreparaturen verpflichtet sind, existieren in Österreich keine vergleichbaren Regelungen. „Wenn der Mietzins laufend valorisiert wird, sollte dann nicht auch der Zustand der Wohnung in regelmäßigen Abständen auf Kosten des Vermieters angepasst werden?“, so Kreutzer.

Wiens vergleichsweise moderate Durchschnittsmiete resultiert hauptsächlich aus dem großen Anteil an sozialem Wohnbau, gedeckelten Altbaumieten und einem tendenziell mieterfreundlichen Mietrecht. Im frei finanzierten Neubau liegen die Preise hingegen deutlich darüber, während knappe Fertigstellungen und eine restriktivere Kreditvergabe die Wohnungssuche zusätzlich erschweren.

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KO KOSMO-Redaktion
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