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Zurück in die Heimat

Alles erreicht, doch die Heimat fehlt: Familie will zurück nach Serbien

Alles erreicht, doch die Heimat fehlt: Familie will zurück nach Serbien
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

15 Jahre Norwegen, ein gutes Leben – und trotzdem zieht es sie zurück. Eine Familie steht vor einer Entscheidung, die mehr kostet als Geld.

Eine vierköpfige Familie, die seit 15 Jahren in Norwegen lebt, erwägt die Rückkehr nach Serbien – konkret nach Novi Sad. Der Plan sieht vor, das bisherige Eigentum zu veräußern, mit dem Erlös eine Immobilie sowie ein Fahrzeug in Serbien zu erwerben und schuldenfrei in ein neues Leben zu starten.

Auf den ersten Blick wirkt die finanzielle Vorbereitung solide. Dennoch bleibt die Ungewissheit groß. In einer Diskussion im Netz stellt der Vater die Frage, ob 200.000 oder doch eher 300.000 Dinar im Monat für ein normales Leben in Novi Sad ausreichen würden. Seine Frau ist als Kindergartenpädagogin ausgebildet, er selbst arbeitet als Manager in der Fleischindustrie und trägt Verantwortung für rund 60 Mitarbeiter. In Norwegen verdienen beide gut – doch, wie er selbst schreibt, fehle ihnen die Heimat.

Kosten vs. Einkommen

Der durchschnittliche Nettolohn in Serbien betrug im Mai 2026 rund 118.398 Dinar. Zwei durchschnittliche Gehälter zusammen ergeben damit knapp unter 240.000 Dinar monatlich. Im Jänner stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,7 Prozent.

Mit einem monatlichen Budget von 200.000 Dinar könnte eine vierköpfige Familie ohne Miet- oder Kreditbelastung grundsätzlich über die Runden kommen. Größere Rücklagen, regelmäßige Restaurantbesuche, private Gesundheitsleistungen, mehrere Urlaubsreisen oder aufwendigere Freizeitgestaltung wären damit jedoch kaum realisierbar. Bei 300.000 Dinar wächst der finanzielle Handlungsspielraum spürbar – allerdings ist auch dieser Betrag keine Garantie dafür, den in Norwegen gewohnten Lebensstandard aufrechtzuerhalten.

Die eigentlich entscheidende Frage ist daher nicht, was das Leben in Novi Sad kostet. Weitaus relevanter ist, welches Einkommen die beiden nach ihrer Rückkehr tatsächlich erzielen können. Auslandserfahrung kann durchaus als Vorteil wirken – sie sichert aber weder eine vergleichbare Stelle noch ein entsprechendes Gehalt. Gerade bei Führungspositionen hängt vieles davon ab, ob internationale Unternehmen, größere Produktionsbetriebe oder private Bildungseinrichtungen die im Ausland gesammelten Qualifikationen und Erfahrungen anerkennen.

Kinder und Alltag

Auch die Kinder spielen in dieser Entscheidung eine wesentliche Rolle. Je nach Alter sprechen sie zwar möglicherweise Serbisch, haben ihre schulische und soziale Welt aber vollständig in Norwegen aufgebaut. Was für die Eltern eine Heimkehr bedeutet, kann für die Kinder faktisch eine erstmalige Auswanderung darstellen.

Deshalb muss eine Rückkehr nicht zwingend als endgültige Entscheidung getroffen werden. Sinnvoller wäre es, zunächst mehrere Monate in Serbien zu verbringen, während zumindest ein Teil der bisherigen Absicherung bestehen bleibt. In dieser Zeit lassen sich Jobangebote, Schulen, der Alltag und die tatsächlichen Lebenshaltungskosten realistisch einschätzen.

Diese Geschichte berührt viele. Zahlreiche Menschen aus Serbien, Bosnien-Herzegowina oder Kroatien verbringen Jahre oder Jahrzehnte im Ausland und schaffen sich dort ein finanziell stabiles Leben auf. Der Gedanke an die Heimat lässt sie dabei selten los. Im Sommer erscheint eine Rückkehr besonders verlockend: Familie und Freunde sind nah, das eigene Haus wartet, das Klima ist angenehmer und der Alltag wirkt weniger getrieben. Doch ein dauerhafter Umzug unterscheidet sich grundlegend von einem mehrtägigen Sommerurlaub.

Die Familie aus Norwegen steht damit stellvertretend für Tausende Menschen in der Diaspora.

Finanziell kann eine Rückkehr funktionieren – vor allem dann, wenn bereits eine schuldenfreie Immobilie vorhanden ist.

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KO KOSMO-Redaktion
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