In Baden-Württemberg schlägt eine seltene Tierkrankheit an – und ausgerechnet die Luft wird dabei zur unsichtbaren Gefahr.
Im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg wurden vier bestätigte Fälle von Q-Fieber registriert. Betroffen sind Personen aus Rangendingen. Ausgelöst wird die Erkrankung durch das Bakterium Coxiella burnetii – einen Erreger, der als Zoonose gilt und sich häufig auch ohne unmittelbaren Kontakt zu Tieren ausbreiten kann.
Besonders hohe Konzentrationen des Erregers entstehen bei Geburten von Schafen, Ziegen und Rindern. Aber auch Milch, Kot und Urin der Tiere können den Erreger enthalten.
Übertragung & Risiken
Der mit Abstand häufigste Übertragungsweg ist das Einatmen von erregerhaltigen Staubpartikeln. Bei trockener Witterung kann Wind diesen Staub über größere Distanzen verteilen.
In den meisten Fällen verläuft die Erkrankung mild. Für Menschen mit Herzklappenerkrankungen, einem geschwächten Immunsystem sowie für Schwangere kann Q-Fieber jedoch ernsthafte Folgen haben. In seltenen Fällen nimmt die Krankheit einen chronischen Verlauf, der unter anderem die Herzklappen schädigen kann.
Behördliche Maßnahmen
Das zuständige Veterinäramt hat Untersuchungen eingeleitet, um mögliche tierische Infektionsquellen in der betroffenen Region zu identifizieren. Gegenüber der Bevölkerung wurde klargestellt, dass eine Übertragung von Mensch zu Mensch als unwahrscheinlich gilt.
Schwangeren in Rangendingen wird dennoch empfohlen, sich vorsorglich testen zu lassen.
Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) stellt die Ausbreitung über die Luft den bedeutendsten Infektionsweg bei Q-Fieber dar.