Ein Lottogewinn, zwei Ansprüche – und ein Eherecht, das alles kompliziert. Italiens größter Jackpot landet vor Gericht.
Ein Lottogewinn in astronomischer Höhe hat in Italien einen handfesten Rechtsstreit ausgelöst. Ein Spieler knackte im SuperEnalotto den Jackpot und sahnte dabei 223,2 Millionen Euro ab – mit einem Einsatz von gerade einmal 5 Euro. Doch statt ungetrübter Freude folgte prompt der juristische Ärger: Seine von ihm getrennt lebende Frau meldet Ansprüche auf einen beträchtlichen Teil des Gewinns an, weil die Scheidung rechtlich noch nicht abgeschlossen ist.
Eherecht im Fokus
Der Hintergrund des Streits liegt im italienischen Eherecht. Das Paar hatte im April 2023 geheiratet – und zwar im Güterstand der gesetzlichen Zugewinngemeinschaft. Auf dieser Grundlage fordert die Ex-Frau, die als Bankangestellte tätig ist, nun entweder eine Einmalzahlung von 80 Millionen Euro oder alternativ monatliche Unterhaltszahlungen in Höhe von 8.000 Euro. Dem Gewinner wurde eine Frist von zehn Tagen eingeräumt, um auf die Forderung zu reagieren – andernfalls drohen weitere rechtliche Schritte.
Rückendeckung erhält die Frau dabei durch die Rechtsprechung des italienischen Kassationsgerichtshofs. Dieser hat entschieden, dass Lottogewinne grundsätzlich der ehelichen Gütergemeinschaft zuzurechnen sind – unabhängig davon, wer den Spielschein gekauft und den Einsatz bezahlt hat.