Kunst, Natur und Badevergnügen – kostenlos und direkt am Wasser: Wien hat einen neuen Hotspot bekommen.
Direkt an der Oberen Alten Donau erstreckt sich auf 28.000 Quadratmetern eine Freizeitanlage, die Kunstgenuss, Naturerlebnis und Badespaß unter freiem Himmel vereint. Der von André Heller kuratierte Bank-Austria-Park am Mühlschüttel beherbergt 14 Kunstwerke international bekannter Künstlerinnen und Künstler – farbenfrohe Skulpturen, Windspiele und Klanginstallationen, eingebettet in eine Parklandschaft mit mehr als 150 Bäumen, Wiesenbeeten, Zwetschken- und Feigenbäumen sowie Sträuchern wie Hain-Salbei, Katzenminze und Kaukasus-Vergissmeinnicht.
Wer körperliche Aktivität sucht, findet auf rund 400 Quadratmetern eine Kletterwelt sowie einen Spielplatz mit Sandspielanlage und Fitnessgeräte im Grünen. Vier Badestege und fünf Schwimmplattformen laden zum kostenlosen Sprung ins Wasser, angrenzende Liegeflächen bieten Raum zur Erholung.
Besondere Entstehungsgeschichte
Das Gelände in Wien-Floridsdorf hat eine besondere Entstehungsgeschichte: Früher in Einzelparzetten verpachtet, wurden die Grundstücke am linken Ufer der Oberen Alten Donau nach Ablauf der Pachtverträge von der Stadt Wien zusammengeführt und der Allgemeinheit gewidmet. Aus dieser Neuordnung entstand ein gemeinsames Projekt von Bank Austria und Stadt Wien, das im September 2025 feierlich eröffnet wurde. „Mit diesem Park hat nicht nur Floridsdorf, sondern ganz Wien eine neue Sehenswürdigkeit bekommen. Ein Ort, der die Natur gelungen mit dem Flair einer Weltstadt verbindet. Grünflächen, Kunst und Badespaß, alles bei freiem Eintritt. Wo kann man das sonst so erleben?“, sagt Georg Papai, Bezirksvorsteher Wien-Floridsdorf.
Das künstlerische Herzstück des Parks bilden 14 Werke namhafter Kunstschaffender, die sich thematisch den Elementen Erde, Wasser, Luft und Licht widmen und diese auf je eigene Weise sichtbar machen. Skulpturen, Windspiele und Installationen fügen sich in die Parklandschaft ein und schaffen eine Verbindung zwischen Natur und zeitgenössischer Kunst, die den Ort in einen Raum der Fantasie verwandelt. Vertreten sind Carmen Wiederin, Monika GilSing, Peter Pongratz, Marek Zyga, Edgar Tezak, Elmgreen & Dragset, Xenia Hausner, Susanne Karl, Moritz Mizrahi, Ugo Rondinone, Karl Karner und Era Tsao 曹嫣然 – sowie André Heller selbst mit einem eigenen Werk.
Der 1947 in Wien geborene Heller zählt zu den vielseitigsten Kulturschaffenden des Landes: Sein Werk umfasst Gartenkunstprojekte, Wunderkammern, literarische Bestseller, schwimmende und fliegende Skulpturen, den avantgardistischen Vergnügungspark Luna Luna, einen Botanischen Garten in Gardone sowie den 2016 eröffneten Anima Garden in Marrakesch. Darüber hinaus hat er Theaterstücke, Zirkusse, Operninszenierungen und Filme realisiert, eine mehrfach ausgezeichnete Karriere als Sänger und Songwriter vorzuweisen und Projekte wie die Swarovski Kristallwelten mitgeprägt. Heller lebt in Wien, Marrakesch und auf Reisen.
Durchdachtes Bepflanzungskonzept
Die Bepflanzung des Parks folgt einem durchdachten Konzept: Bestehende Bereiche mit knorrigen Nuss-, Marillen- und Feigenbäumen wurden bewusst erhalten und mit neuer Vegetation ergänzt. Mehr als 150 Bäume wurden gepflanzt, rund 22.500 Quadratmeter Wiesenfläche angelegt. Auf über 3.000 Quadratmetern verteilen sich Staudenbeete und Sträucherinseln, in denen Weinbergs-Traubenhyazinthen, Perlkörbchen, Graslilien und Strauchrosen wachsen. Die Blütenbeete erfüllen dabei nicht nur eine ästhetische Funktion, sondern bieten auch Bienen und Schmetterlingen ein reichhaltiges Nahrungsangebot.
Auf der Westseite des Parks lädt ein großzügiges Spiel- und Sportareal zum Verweilen ein. Eine Sandspielanlage mit Wasserwippe, Sandboot mit Segel und Sitzbänken sowie einem Sandspielwerk mit Kran richtet sich an die jüngeren Besucherinnen und Besucher, ergänzt durch eine 400 Quadratmeter große Kletterwelt mit verschiedenen Kletternetzen und Schwingseilen. Mehr als 70 neue Sitzmöbel, sieben Liegen und neue Picknicktische sorgen für ausreichend Rastmöglichkeiten. An heißen Tagen spenden drei Trinkbrunnen und fünf Nebelstelen Kühlung.
Ein geschwungenes Wegesystem durchzieht die öffentliche Grünfläche am Mühlschüttel und macht sie sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch per Fahrrad über die Uferpromenaden der Alten Donau gut erreichbar. Der neu angelegte Radweg entlang der Wagramer Straße führt direkt in den Park. „Uns ist es als Stadt besonders wichtig, dass dieses Areal und viele andere Uferbereiche in unserer Stadt frei zugänglich sind. Denn während in anderen Städten Uferzugänge privatisiert werden, setzen wir in Wien bewusst auf Öffnung und Attraktivierung der Flächen. So haben wir etwa mit dem Arbeiter*innenstrand, der Strombucht und eben auch im Vorjahr am Mühlschüttel vormals nicht frei zugängliche Areale geöffnet. Insgesamt gibt es in unserer Stadt rund 63 km freizugängliche Uferzugänge an Naturgewässern, die wir laufend attraktivieren“, so Planungsstadträtin Ulli Sima.