Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Eklat

Za dom spremni“: Maskierte Hooligans stürmen serbische Kulturfeier in Split

Za dom spremni“: Maskierte Hooligans stürmen serbische Kulturfeier in Split
FOTO: iStock
4 Min. Lesezeit |

Schwarz gekleidete Männer stürmen eine serbische Kulturveranstaltung in Split. Mit faschistischen Parolen und Drohungen erzwingen sie den Abbruch noch vor Beginn.

In den Räumlichkeiten des Stadtbezirks Blatine in Split kam es am Donnerstagabend zu einem Eklat bei einer geplanten Kulturveranstaltung. Eine Gruppe von etwa 50 schwarz gekleideten Männern störte die vom Serbischen Kulturverein Prosvjeta organisierte Feier zum Tag der serbischen Kultur noch vor deren Beginn. Das für 19 Uhr angesetzte Programm mit Chor- und Theateraufführungen sowie Darbietungen einer Violinistin und eines Jugendensembles aus Novi Sad konnte nicht stattfinden. Laut Polizeibericht fühlten sich Teile des Ensembles so bedroht, dass sie den Veranstaltungsort verließen und später von den Beamten an verschiedenen Orten aufgefunden und unter Schutz gestellt wurden.

⇢ Tötet die Türken!“ – Hasswelle erschüttert Montenegro nach Gewalttat

Nach Zeugenaussagen drangen gegen 18 Uhr mehrere Dutzend Männer in schwarzer Kleidung und mit Kappen in die Räumlichkeiten ein. Angeführt von zwei älteren Männern forderten sie die Veranstalter auf, das Programm abzubrechen, mit der Begründung, dass „kein Platz für ein solches Programm im Monat des Gedenkens an den Fall von Vukovar“ sei. Dabei skandierte die Gruppe auch den als faschistisch eingestuften Ustascha-Gruß „Za dom spremni“. Inoffiziellen Berichten zufolge soll es sich bei den Störern um Mitglieder der Fangruppe Torcida gehandelt haben.

Polizeiliche Maßnahmen

Die Polizei teilte mit: „Heute kurz nach 18:30 Uhr erhielten wir die Meldung, dass sich eine Kulturgruppe aus Novi Sad bei ihrer Ankunft am Gebäude des Stadtbezirks Blatine-Skrape, wo sie auftreten sollten, aufgrund einer größeren Gruppe junger Personen vor dem Gebäude nicht sicher fühlte. Der Fahrer der Gruppe meldete, dass sie sich in Richtung des Viertels Split 3 entfernt hätten. Durch schnelles Eingreifen wurden der Fahrer und die Mitglieder der Kulturgruppe an drei verschiedenen Orten gefunden und unter Schutz gestellt. Später erfuhren wir, dass ein Teil der versammelten Gruppe junger Personen den Raum des Stadtbezirks Blatine, wo die Veranstaltung stattfinden sollte, betreten und die Besucher aufgefordert hatte, sich zu zerstreuen, was diese auch taten. Während der Auflösung störten Personen aus der Gruppe mehrmals durch Rufe die öffentliche Ordnung. Bei dem Vorfall gab es keine körperliche Gewalt und keine verletzten Personen. Wir führen intensive kriminalistische Ermittlungen durch, um die Personen aus der Gruppe zu identifizieren.“

„Das war eine äußerst unangenehme Situation. Wir wollten uns auf keine Diskussionen oder Konflikte einlassen, wir haben uns einfach versammelt und sind gegangen“, berichtete ein Teilnehmer der Veranstaltung und fügte hinzu, dass „in der heutigen Atmosphäre solche Situationen leider nicht mehr überraschen“. Die Veranstaltungsreihe zum Tag der serbischen Kultur war ursprünglich für den Zeitraum vom 3. November bis zum 1. Dezember geplant und sollte verschiedene kulturelle Darbietungen umfassen. Der Verein Prosvjeta informierte die Polizei über den Vorfall.

Politische Reaktionen

Marijana Puljak von der Partei Centar verurteilte den Vorfall scharf: „Wir verurteilen aufs Schärfste den heutigen beschämenden und gewalttätigen Ausfall einer Gruppe maskierter Hooligans, die unter faschistischen Rufen die Eröffnung der Tage der serbischen Kultur in Split unterbrochen haben.“ Sie forderte von allen zuständigen Institutionen Maßnahmen, damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederhole, und verlangte eine klare Stellungnahme von Bürgermeister Tomislav Suta. „Split war immer eine Stadt der Kultur, der Vielfalt und der Freiheit, nicht eine Stadt der Angst und Gewalt“, betonte Puljak.

Auch Premierminister Andrej Plenkovic reagierte mit scharfer Verurteilung des Vorfalls und forderte eine rasche Strafverfolgung der Verantwortlichen. Bürgermeister Suta meldete sich ebenfalls zu Wort: „Ich verurteile den Vorfall, der sich heute Abend in den Räumlichkeiten des Stadtbezirks Blatine ereignet hat. Split muss eine Stadt der Sicherheit, der Toleranz und des Respekts für alle Bürger und Gäste sein, unabhängig von ihrer nationalen, religiösen oder sonstigen Zugehörigkeit. Im Monat der Trauer und des Gedenkens an das Opfer von Vukovar brauchen wir Einheit, Würde und Frieden, nicht Spaltung und Intoleranz.“

Die Spliter Ortsgruppe der Partei Mozemo forderte den Bürgermeister auf, die Gewalt zu stoppen, „solange es noch Zeit ist“. In ihrer Erklärung bezeichneten sie den Vorfall als „beschämende Episode im Leben von Split“ und als „Einschüchterung aus Hass“.

„Die Dinge in unserer Gesellschaft gehen in die falsche Richtung. Wenn wir jetzt nicht innehalten und erkennen, wohin uns das führt, wird es bald zu spät sein“, warnte Barbir.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen