Ein Kind ist kein Eigentum – mit dieser Haltung treibt eine Parlamentarierin ein wegweisendes Gesetzesvorhaben in Bosnien voran.
Das Föderale Justizministerium hat eine Initiative bestätigt, die ein umfassendes Verbot der körperlichen Züchtigung von Kindern vorsieht. Eingebracht wurde der Vorstoß von Vildana Beslija, Delegierte der Partei Naša stranka im Volkshaus des Parlaments der Föderation Bosnien und Herzegowina. Gewalt gegen Kinder habe in keinem Umfeld einen Platz, betonte Beslija: Der Schutz der Würde und der Rechte von Kindern müsse oberste Priorität sein.
Sie kündigte an, sich dafür einzusetzen, dass das Verbot in allen Lebensbereichen Geltung erlange – in der Familie, in Bildungseinrichtungen und anderen Institutionen. „Ein Kind ist niemandes Eigentum, sondern Träger voller Rechte“, so Beslija.
Klares Bekenntnis
Die Delegierte sieht in der Initiative zugleich eine historische Chance: Die Föderation Bosnien und Herzegowina könne damit einen zivilisatorischen Schritt nach vorne machen und ein klares Bekenntnis zu europäischen und internationalen Kinderschutzstandards ablegen. Beslija verwies dabei auf die Rechtslage in der Republika Srpska, wo ein entsprechendes Verbot bereits verankert ist.
Es sei an der Zeit, rechtliche Einheitlichkeit herzustellen und jedem Kind auf dem gesamten Territorium Bosnien und Herzegowinas denselben Schutz zu garantieren. Wie Naša stranka festhält, haben die meisten Länder des Westbalkans ein solches Verbot bereits umgesetzt – darunter Kroatien, Slowenien, Montenegro und Nordmazedonien.