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Lebensmittelrecht

EU-Zoff um Veggie-Burger: Fleischlobby scheitert vorerst

EU-Zoff um Veggie-Burger: Fleischlobby scheitert vorerst
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3 Min. Lesezeit |

Veggie-Burger bleibt Veggie-Burger – die EU hat entschieden, doch der Streit ist damit noch lange nicht vorbei.

Bezeichnungen wie Veggie-Burger, Seitan-Schnitzel oder Soja-Würstel dürfen in der Europäischen Union vorerst weiterhin für pflanzliche Fleischersatzprodukte verwendet werden. Das geht aus den Ergebnissen der Verhandlungen hervor, die Vertreter des Europaparlaments und des Rates der 27 EU-Mitgliedstaaten am Donnerstag in Brüssel geführt haben. Wie Abgeordnete mitteilten, sind diese geläufigen Produktbezeichnungen nicht auf jener Liste zu finden, die künftig ausschließlich tierischen Erzeugnissen vorbehalten sein soll.

Die Debatte um die Namensgebung war eingebettet in die Beratungen über ein umfassenderes Gesetzespaket, mit dem die EU die Verhandlungsposition europäischer Landwirte gegenüber dem Lebensmittelhandel verbessern will. Sowohl das Europaparlament als auch der Rat müssen dem Paket noch formal zustimmen. Die am Donnerstag erzielte Einigung gilt zunächst bis Ende 2027 – jenem Zeitraum, in dem ohnehin eine grundlegende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU ansteht.

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Verbotsliste & Reaktionen

Im Zuge dieser Neuverhandlungen dürfte die Frage rund um Burger und Schnitzel erneut auf die Tagesordnung kommen. Bereits für das kommende Jahr werden weitere Diskussionen zu diesem Thema erwartet. Auf der beschlossenen Verbotsliste stehen laut den Europaabgeordneten spezifischere Begriffe wie Rind- oder Schweinefleisch, Hendlhaxerl oder Rinderhüfte – Bezeichnungen, die für pflanzliche Produkte künftig nicht mehr zulässig sein sollen. Allgemeinere Begriffe wie Burger oder Schnitzel bleiben hingegen vorerst uneingeschränkt verwendbar.

Die französische Europaabgeordnete Celine Imart hatte in den Verhandlungen für ein deutlich weitreichenderes Verbot plädiert. Sie wollte damit nach eigener Aussage die Interessen französischer Rinderbauern schützen und ist außerdem der Meinung, im Supermarkt gebräuchliche Namen wie Veggie-Burger seien irreführend.

Verbraucherorganisationen wie BEUC (europäischer Verbraucherverband) widersprachen ihr aber entschieden. „Die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher ist über diese Begriffe nicht verwirrt“, erklärte die BEUC-Expertin Irina Popescu. Sie forderte die EU-Gesetzgeber auf, stattdessen für klare Kennzeichnungen zu sorgen.

Politischer Widerstand

Gegen ein Verbot positionierten sich auch große Lebensmittelunternehmen wie Aldi Süd, Lidl, Burger King und Rügenwalder Mühle. Auf politischer Ebene sprach sich zudem die deutsche Bundesregierung dagegen aus. Bundesagrarminister Alois Rainer von der CSU räumte zwar ein, dass für ihn persönlich ein Schnitzel stets aus Fleisch bestehe, folgte aber der Linie der Verbraucherorganisationen: Verbraucherinnen und Verbraucher wüssten selbst am besten, was sie im Supermarkt kaufen.

Die Frage, ob pflanzliche Produkte mit Begriffen aus der Fleischwelt beworben werden dürfen, sorgt seit Jahren für Kontroversen.

Am Donnerstag fand diesbezüglich zum bereits dritten Mal eine Beratung von EU-Kommission, EU-Parlament und den Mitgliedsstaaten statt.

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KO KOSMO-Redaktion
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