Säure am Türschloss, aufgebrochene Tresore, alarmierende Spuren: Wien erlebt eine Einbruchswelle mit einer besonders gefährlichen Methode.
Das Landeskriminalamt Wien geht derzeit intensiv einer Einbruchsmethode nach, bei der Täter ätzende Säure einsetzen, um sich Zugang zu Wohnungen zu verschaffen. Die Vorgehensweise ist zwar grundsätzlich bekannt, allerdings sind zuletzt drei neue Fälle aufgetreten. Die Polizei appelliert daher an die Bevölkerung, wachsam zu sein.
Bereits im letzten Drittel des vergangenen Jahres verzeichnete die Wiener Polizei 88 Fälle von Einbrüchen mit Salpetersäure. Die Ermittler vermuten dahinter eine europaweit agierende Bande, die insgesamt über 500 Einbrüche mit dieser Methode begangen haben soll.
Polizeiliche Warnhinweise
„Sollten Sie an dem Schloss Ihrer Eingangstüre Beschädigungen sowie eine Flüssigkeit vorfinden, vermeiden Sie unbedingt den Kontakt mit der Flüssigkeit. Es kann sich hierbei um Salpetersäure handeln, die auf Haut, Atemwege und Schleimhäute eine ätzende Wirkung hat. Sollte es bereits zu einem unbeabsichtigten Kontakt mit der Flüssigkeit kommen, dann neutralisieren Sie die Körperstelle sofort mit klarem Wasser. Verwenden Sie dabei keine Seife oder sonstige Zusätze. Rufen Sie unverzüglich den Polizeinotruf 133.“
Aktuelle Fälle
Zwischen dem 6. und 11. März 2026 drangen bisher unbekannte Täter in eine Wohnung in Wien-Landstraße ein, indem sie die Eingangstür aufbrachen. In der Folge durchsuchten sie die Räumlichkeiten nach Wertsachen – mehrere Kästen sowie zwei Möbeltresore wurden dabei aufgebrochen. Ob tatsächlich Gegenstände entwendet wurden, ist noch nicht abschließend geklärt und Gegenstand laufender Ermittlungen.
In einer weiteren Wohnung desselben Mehrparteienhauses blieb es beim Versuchsstadium. Ebenfalls zwischen dem 7. und 11. März 2026 kam es in Wien-Meidling zu einem weiteren Einbruchsversuch mit der gleichen Methode.
Ein aufmerksamer Nachbar bemerkte die Beschädigungen an der betreffenden Wohnungstür und verständigte daraufhin die Polizei.