Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Lebensmittelskandal

Giftige Babynahrung erschüttert Österreich: 14 Kinder erkrankt

Giftige Babynahrung erschüttert Österreich: 14 Kinder erkrankt
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Vergiftetes Milchpulver, kranke Babys, weltweite Rückrufe – ein Lebensmittelfall rund um belastete Säuglingsnahrung sorgt in Europa für Aufsehen.

In Österreich sind 14 Kleinkinder im Alter von zwei Wochen bis drei Jahren nach dem Verzehr von Milchpulver erkrankt. Drei Erkrankungsfälle gelten als bestätigt, elf weitere werden als sehr wahrscheinlich eingestuft. Drei der betroffenen Kinder mussten stationär behandelt werden, haben sich inzwischen aber vollständig erholt.

Der bislang letzte bekannte Erkrankungsbeginn wurde am 10. Februar 2026 erfasst. Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hat die Vorgänge dokumentiert und begleitet.

Weltweite Rückrufe

Der Vorfall hat internationale Ausmaße angenommen: Produkte mehrerer großer Babynahrungshersteller wurden weltweit vom Markt genommen. Den Ausgangspunkt der österreichischen Ermittlungen bildeten Kontrollen und Probenahmen durch die Wiener Marktaufsicht. Als Auslöser der Erkrankungen wurde das Toxin Cereulid (bakterielles Gift) identifiziert, das bereits wenige Stunden nach dem Verzehr zu Erbrechen und Durchfall führen kann.

In Österreich hat der Hersteller Danone mehr als 90 Chargen der Marken Aptamil und Milumil vom Markt genommen.

AGES-Untersuchungen

Im Rahmen der Untersuchungen analysierte die AGES insgesamt 162 Proben von Babynahrungsprodukten aus den Produktionslinien von 15 Herstellern. In 28 dieser Proben war Cereulid nachweisbar, allerdings lagen die gemessenen Konzentrationen überwiegend unterhalb jenes Bereichs, bei dem gesundheitliche Auswirkungen nicht ausgeschlossen werden können. 130 Proben blieben ohne Befund, für vier weitere stehen die Ergebnisse noch aus.

Die betreffenden Hersteller haben bereits Rückrufmaßnahmen eingeleitet. Erkrankungen oder Verdachtsfälle wurden zudem aus Belgien, Dänemark, Frankreich, Luxemburg, Spanien und dem Vereinigten Königreich gemeldet. Die zuständigen europäischen Stellen gehen davon aus, dass die Lage durch die Rückrufe weitgehend unter Kontrolle ist, setzen die Überwachungsmaßnahmen jedoch fort.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen