Bohrung, Hoffnung, Ernüchterung: Im oberösterreichischen Molln spitzt sich ein Rohstoffprojekt auf seinen entscheidenden Moment zu.
Im Jaidhaustal wächst die Ungewissheit: Das Bohrprojekt „Welchau 1″ in Molln (Oberösterreich) nähert sich einem entscheidenden Wendepunkt. Noch Ende Februar hatten die Zeichen auf Erfolg gedeutet – das Unternehmen ADX präsentierte Proben von Leichtöl und sprach von „ermutigenden“ Befunden. Im Mittelpunkt der Hoffnungen stand die Reifling-Formation, eine rund 240 Millionen Jahre alte Kalkgesteinsschicht, der als möglichem Speicher für Öl und Gas besonderes Potenzial zugeschrieben wird. Bei den Bohrarbeiten stieß man insgesamt auf mehrere Zonen mit entsprechenden Anzeichen.
Ernüchternde Ergebnisse
Die nun abgeschlossene Testphase zeichnet jedoch ein deutlich nüchterneres Bild. Wie das Unternehmen bekanntgab, wurde bislang kein Gaskondensat nachgewiesen – also genau jener Rohstoff, auf den die Bohrung ursprünglich ausgerichtet war. Stattdessen trat erneut leichtes Erdöl zutage. Die dabei festgestellten Fördermengen reichen allerdings nicht aus, um einen wirtschaftlich tragfähigen Abbau zu begründen.
Gegenwärtig laufen noch Auswertungen sowie einzelne Messungen. Gleichzeitig wird der Bohrplatz schrittweise zurückgebaut und die Anlage gesichert. Diese Arbeiten sollen bis Mitte Mai abgeschlossen sein. Richtungsweisend wird nun der Abschlussbericht: Er soll Aufschluss darüber geben, ob und unter welchen Voraussetzungen das Projekt fortgesetzt werden kann. Als mögliche Szenarien gelten neue Bohrungen – entweder vom bestehenden Standort aus oder von einem zusätzlichen Bohrplatz. Beides würde allerdings neue behördliche Genehmigungen erfordern.
Widerstand & Rechtslage
Widerstand kommt weiterhin von der Bürgerinitiative Pro Natur Steyrtal. Sie sieht sich durch die bisherigen Ergebnisse in ihrer Position bestätigt und hält an ihrer grundsätzlichen Ablehnung des Projekts fest. Laut einem Bericht der OÖN heißt es dazu: „ADX versucht nach wie vor mit Geschichten von großen Funden und immensen Gewinnen (…) ihre Geschäfte auf Kosten des hochwertigen Naturraumes zu machen.“
Auch die rechtliche Lage bleibt ungeklärt. Mehrere Umweltorganisationen haben Einspruch erhoben, Gerichte prüfen derzeit mögliche Auswirkungen auf die unter Schutz stehende Naturlandschaft rund um den Nationalpark Kalkalpen.