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Discounter

Weltpremiere: Lidl baut Pub neben Supermarkt

Weltpremiere: Lidl baut Pub neben Supermarkt
FOTO: iStock/typhoonski/6okean
3 Min. Lesezeit |

Ein Discounter baut ein Pub – und das aus einem Grund, den so wohl niemand erwartet hätte.

Im Belfaster Vorort Dundonald entsteht derzeit etwas bislang Einmaliges: das weltweit erste Lokal der Supermarktkette. Einkaufstüten in der einen, ein frisch gezapftes Pint in der anderen Hand – in Belfast wird dieses Bild bald Wirklichkeit. Der Discounter Lidl errichtet in Nordirland sein erstes eigenes Pub, direkt angrenzend an einen bestehenden Supermarkt.

Das Pub wird unmittelbar neben einem bereits bestehenden Lidl-Markt in Dundonald bei Belfast gebaut und soll Platz für bis zu 60 Gäste bieten. Die Eröffnung ist für den Sommer geplant. Das Angebot soll Bier, Wein und Spirituosen umfassen, wobei regionale Lieferanten bevorzugt werden. Wie Gordon Cruikshanks, der Regionalgeschäftsführer des Unternehmens für Nordirland, bekannt gab, erstreckte sich die Planungsphase über sechs Jahre.

Restriktive Alkoholgesetze

Weshalb aber errichtet ein Lebensmitteldiscounter überhaupt ein Pub? Die Antwort liegt in den restriktiven nordirischen Alkoholgesetzen. Für den Verkauf von Alkohol ist eine Lizenz notwendig, die von einem anderen Betrieb übertragen werden muss. Darüber hinaus muss nachgewiesen werden, dass in der betreffenden Region ein Mangel an lizenzierten Betrieben für den öffentlichen Bedarf besteht.

Genau hier stieß Lidl auf ein Problem: Für eine herkömmliche Supermarktlizenz zum Alkoholverkauf ließ sich nicht belegen, dass die Region zu wenige Supermärkte mit entsprechender Genehmigung aufweist. Anders verhielt es sich beim Pub-Modell. Zwei benachbarte Bars hatten in den vergangenen Jahren geschlossen und ihre Lizenzen zurückgegeben – wodurch eine nachweisbare Versorgungslücke für die Bevölkerung entstand.

Die rechtliche Einordnung als Pub ermöglichte darüber hinaus die Einrichtung einer sogenannten Off-Sales-Zone – also eines Bereichs für den Alkoholverkauf zum Mitnehmen –, über die der Discounter auch den angrenzenden Supermarkt mit einer Verkaufsberechtigung ausstatten konnte. Aufgrund der außergewöhnlichen Rahmenbedingungen gilt eine Wiederholung dieses Modells an anderen Standorten allerdings als unwahrscheinlich.

Klage gescheitert

Das Konzept rief auch Widerstand hervor. Mitbewerber zogen vor den High Court und warfen dem Konzern vor, eine unzulässige Gesetzeslücke zu nutzen. Im Jänner 2025 scheiterten sie mit ihrer Klage. Der zuständige Richter stellte fest, dass das Gesetz innovative Geschäftsmodelle nicht ausschließe.

Discounter wie Aldi und Lidl bauen ihre Marktpräsenz in Großbritannien kontinuierlich aus. Allein in den kommenden zwölf Monaten plant das Unternehmen die Eröffnung von mehr als 50 neuen Filialen und stellt dafür über 600 Millionen Pfund – umgerechnet rund 689 Millionen Euro – bereit.

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KO KOSMO-Redaktion
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