Sieben Schulstandorte schließen, fusionieren oder pausieren – Österreichs Bildungslandschaft steht vor einem stillen Umbruch.
Mit dem Ende der Sommerferien öffnen zwar für viele Schülerinnen und Schüler wieder die Schultüren – doch nicht überall. In der Steiermark, in Oberösterreich und in Salzburg werden mit dem Schuljahr 2026/27 insgesamt sieben Standorte geschlossen, zusammengelegt oder vorübergehend außer Betrieb gesetzt. Gleichzeitig gewinnt ein anderes Modell in mehreren Bundesländern an Bedeutung: Schulcluster, bei denen bestehende Schulen organisatorisch miteinander verknüpft werden, ohne dass einzelne Standorte aufgegeben werden müssen. Darüber berichtet das Portal „5 Minuten“.
In der Steiermark sind drei Schulen von der Neuordnung betroffen: die Mittelschule Weiz I sowie die Volksschulen Modriach und Bärnbach-Afling werden aufgelassen beziehungsweise zusammengeführt. Die jeweiligen Gemeinden hatten diese Änderungen beantragt. Darüber hinaus wächst die Zahl der steirischen Pflichtschulcluster: Mit Knittelfeld-Lindenallee und Leoben-Fröbelgasse kommen zwei neue Cluster hinzu. In Leoben werden die Volksschulen Leoben-Fröbel I und II organisatorisch verbunden, in Knittelfeld schließen sich die dortige Volksschule und die Sonderschule zusammen. Die Gesamtzahl der Cluster im Bundesland steigt damit von 24 auf 26.
Oberösterreich verliert ebenfalls drei Schulstandorte, die sich sämtlich im Innviertel befinden und zuletzt zusammen von 124 Schülerinnen und Schülern besucht wurden. Die genauen Namen der betroffenen Schulen wurden laut „5 Minuten“ bei der Erhebung nicht genannt. An der Clusterstruktur ändert sich im Bundesland hingegen nichts – die Zahl bleibt unverändert bei 20.
In Salzburg wird die Polytechnische Schule Neumarkt am Wallersee im Schuljahr 2026/27 stillgelegt, wobei dies keine dauerhafte Schließung bedeutet: Bereits im übernächsten Schuljahr könnte der Betrieb dort wieder aufgenommen werden. Die Bildungsdirektion Salzburg begründet die Stilllegung mit zu geringen Anmeldezahlen – laut berichtenden Medien lagen diese für das kommende Schuljahr nur noch im einstelligen Bereich, sodass die gesetzlich vorgesehene Mindestschülerzahl für einen eigenständigen Schulbetrieb nicht erreicht wurde. Die Stilllegung ist zunächst auf höchstens drei Jahre befristet. In der Landeshauptstadt Salzburg werden die unmittelbar benachbarten HAK I und HAK II künftig unter dem gemeinsamen Namen HAK Salzburg geführt.
Kleinstschulen in Zahlen
Was als Klein- oder Kleinstschule gilt, ist in Österreich nicht einheitlich geregelt. Die Bundesländer bestimmen die entsprechenden Kriterien selbständig – maßgeblich sind je nach Land etwa die Anzahl der Klassen oder die Schülerzahl. Wie viele sehr kleine Standorte es gibt, verdeutlichen Daten der Statistik Austria für das Schuljahr 2024/25: 45 Schulen hatten damals höchstens zehn Schülerinnen und Schüler, weitere 308 Standorte wurden von elf bis 25 Kindern besucht, und 769 Schulen kamen auf 26 bis 50 Schülerinnen und Schüler.
Cluster als Alternative
Als Alternative zu einer vollständigen Schließung bieten sich Schulcluster an. Die einzelnen Standorte bleiben dabei grundsätzlich bestehen, werden jedoch unter einer gemeinsamen Leitung organisatorisch zusammengefasst. Das ermöglicht unter anderem den flexiblen Einsatz von Lehrpersonen an verschiedenen Standorten innerhalb eines Clusters sowie die gemeinsame Abwicklung von Verwaltungsaufgaben, wie „5 Minuten“ schreibt.
Dieses Modell findet auch in anderen Bundesländern Anwendung. Im Burgenland entsteht durch die Verbindung von Volks- und Mittelschule Stoob der zehnte Cluster. In Kärnten ist mit der „Bildungsregion Lurnfeld“ ein weiterer in Planung, eine endgültige Entscheidung steht dort jedoch noch aus.
In Niederösterreich soll im Verlauf des neuen Schuljahres ein zweiter Cluster in Großweikersdorf eingerichtet werden.
In Tirol wird ein bestehender Cluster in Kufstein um die Polytechnische Schule erweitert.