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Todesfalle

Lebensgefahr an Kroatiens Küste: Neues Warnschild für Badegäste

Lebensgefahr an Kroatiens Küste: Neues Warnschild für Badegäste
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Achtzehn Tote, unberechenbare Wellen, kaum erreichbar für Retter – Dubrovniks bekanntestes Felsbad hat eine blutige Geschichte.

An der Einfahrt zu einer der bekanntesten Badestellen Dubrovniks wurde ein offizielles, zweisprachiges Schild angebracht – auf Kroatisch und Englisch. Die Aufschrift lässt keinen Interpretationsspielraum: „Gebiet mit hohem Risiko – Wellen können Sie ins Meer reißen!“ Auf dem Schild wird zudem darauf hingewiesen, dass das Baden außerhalb des abgegrenzten Bereichs auf eigene Verantwortung erfolgt. Mit dieser Maßnahme reagieren die Behörden auf eine Serie tödlicher Vorfälle, die sich an diesem Küstenabschnitt in der Vergangenheit ereignet haben.

Wie ernst die Lage tatsächlich ist, belegt die langjährige Erfahrung des Dubrovniker Rettungsschwimmers Dominko Radic. Seit seinen ersten Einsätzen in diesem Bereich kamen an den Klippen der Buža rund achtzehn Menschen ums Leben. Zu den Todesursachen zählen Stürze, Ertrinkungsunfälle sowie Fälle, in denen Badegäste von plötzlich aufkommenden Wellen von den Felsen gerissen wurden.

Tödlicher Jahresbeginn

Bereits der Jahresbeginn machte die Gefährlichkeit dieses Küstenabschnitts auf dramatische Weise deutlich. Am 2. Jänner wurde ein bosnischer Staatsbürger, der gemeinsam mit seiner Frau und den beiden Kindern Fotos machte, von einer besonders starken Welle ins Meer gespült. Trotz umgehend eingeleiteter Suchmaßnahmen wurde der Mann nur noch leblos geborgen.

Der Einsatz vom 2. Jänner verdeutlichte auch, unter welch schwierigen Bedingungen die Rettungskräfte vor Ort arbeiten müssen. Einheiten der Hafenbehörde, der Seepolizei, der Bergrettung sowie Feuerwehr und Taucher standen vor einer kaum lösbaren Aufgabe. Der Wellengang war so stark, dass kein Rettungsboot sicher an die Unfallstelle heranfahren konnte. Die Leiche des Mannes wurde schließlich Stunden später vor der Festung Lovrijenac aus der aufgewühlten Adria geborgen.

Die topografische Lage des Felsbades verschärft die Situation zusätzlich. Unmittelbar unterhalb der steilen Stadtmauern Dubrovniks gelegen, ist das Gelände für Rettungsmannschaften kaum zugänglich. Die schwer zugängliche Lage erschwert und verzögert im Ernstfall den Einsatz von Rettungs- und medizinischen Kräften.

Soziale Medien als Risiko

In den vergangenen Jahren hat der Boom der sozialen Medien die Lage an dieser Stelle erheblich verschärft. Für spektakuläre Aufnahmen auf Plattformen wie Instagram oder TikTok klettern Touristinnen und Touristen auf die rutschigen Felsen, ohne die verborgenen Gefahren darunter zu kennen. Riffe, wechselnde Wassertiefen und unberechenbare Strömungen führen immer wieder zu schweren Verletzungen – darunter Kopf- und Rückenwirbeltraumata mit oft dauerhaften Folgen.

Das neue Warnschild enthält daher konkrete Verhaltensregeln, um weitere Unglücke zu verhindern: Vom Springen von den Felsen wird ausdrücklich abgeraten. Unerfahrene Schwimmerinnen und Schwimmer werden ausdrücklich zur Vorsicht aufgefordert. Bei stürmischer See besteht akute Lebensgefahr. Sobald das Eingangstor geschlossen ist, gilt ein striktes Zutrittsverbot.

Nach dem tödlichen Unfall am 2. Jänner hat der Bürgermeister von Dubrovnik angekündigt, dass der Zugang zu diesem Küstenabschnitt in den Wintermonaten aus Sicherheitsgründen gesperrt wird. Die Zugänge sollen mit stärkeren Schlössern sowie Videoüberwachung gesichert werden, um unbefugten Zutritt außerhalb der Saison zu verhindern.

Die Behörden appellieren daher eindringlich an alle Urlauber, Absperrungen und Warnhinweise konsequent zu beachten.

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KO KOSMO-Redaktion
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