Sparen für alle – nur nicht für sich selbst: Österreichs Regierung bricht beim Personalbudget einen historischen Rekord.
Die österreichische Bundesregierung verursacht trotz laufender Sparmaßnahmen monatliche Personalkosten in Rekordhöhe. Die Dreierkoalition aus ÖVP, SPÖ und Neos beschäftigt in den Ministerien und Staatssekretariaten insgesamt 404 persönliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – verteilt auf 21 Regierungsmitglieder. Die monatlichen Ausgaben für diesen Personalapparat summieren sich auf 3,65 Millionen Euro, was die aktuelle Regierung zur größten und kostspieligsten in der Geschichte der Zweiten Republik macht.
Die Zahlen bestätigen einen langjährigen Aufwärtstrend: Unter der Koalition von Christian Kern und Reinhold Mitterlehner lagen die Gesamtkosten für Regierungsbüros bei rund 25 Millionen Euro pro Jahr, unter Türkis-Blau (Kurz/Strache) stiegen sie auf rund 31 Millionen Euro und unter Türkis-Grün weiter auf rund 38,4 Millionen Euro. Die türkis-grüne Vorgängerregierung verursachte im Jahr 2024 hochgerechnet rund 40,9 Millionen Euro an Kabinettspersonalkosten, während für die aktuelle ÖVP-SPÖ-Neos-Regierung 43,6 bis 44 Millionen Euro pro Jahr ausgewiesen werden.
Teuerste Kabinette
Den höchsten Ausgabenposten verzeichnet das Ressort von SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler: Sein Kabinett schlägt monatlich mit 429.932,08 Euro zu Buche. Knapp dahinter rangiert das Büro von Bundeskanzler Christian Stocker, dessen Stab von 47 Personen monatlich 411.844 Euro kostet. Bablers Team umfasst demgegenüber 42 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – und ist damit trotz geringerer Personenzahl der teuerste Stab im Vergleich.
Das Außenministerium unter Beate Meinl-Reisinger von den Neos beschäftigt 26 Personen, für die monatlich 222.126,98 Euro aufgewendet werden. Das personell schlankste Kabinett stellt Bildungsminister Christoph Wiederkehr, ebenfalls Neos, mit lediglich 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Öffentliche Debatte
Die bekannt gewordenen Zahlen haben eine breite öffentliche Debatte ausgelöst. Im Mittelpunkt steht dabei die auffällige Diskrepanz zwischen den Sparappellen an die Bevölkerung und dem gleichzeitig wachsenden Personalbudget der Regierung.
Während Haushalte und Betriebe zur Konsolidierung aufgefordert werden, steigen die Kosten des politischen Apparats weiter an.