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Schulkrise

„Außer Kontrolle“: Direktor richtet eigene Klasse für straffällige Schüler ein

„Außer Kontrolle“: Direktor richtet eigene Klasse für straffällige Schüler ein
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Druck im Klassenzimmer, schweigende Lehrkräfte – was Österreichs Schulen wirklich belastet, landet jetzt auf dem Tisch der Politik.

Beim Runden Tisch im Bundeskanzleramt schilderten Lehrerinnen, Lehrer und Schuldirektoren aus ganz Österreich, mit welchen Herausforderungen sie im täglichen Schulbetrieb konfrontiert sind. Integrationsministerin Claudia Bauer von der ÖVP reagiert darauf mit konkreten Maßnahmen: Geplant sind Workshops und Seminare, die vom Österreichischen Integrationsfonds unter der Leitung der Integrationsexpertin Emina Saric entwickelt werden sollen.

Berichte aus dem Schulalltag

Die Berichte aus dem Schulalltag zeichnen ein vielschichtiges Bild. So werden liberale muslimische Schülerinnen von Mitschülern unter Druck gesetzt, weil sie ihnen vorschreiben wollen, wie sie sich zu kleiden und zu verhalten haben. Aus einer anderen Schule wurde geschildert, wie ein Schüler seinen Lehrer direkt ansprach: „Bitte geben Sie mir einen Fünfer, dann kann ich weiter in die Schule gehen, muss nicht arbeiten und meine Familie bekommt weiterhin Sozialleistungen.“

Ein Direktor berichtete: „Ich muss eine eigene Klasse für straffällig gewordene Schüler einrichten, um die anderen vor ihnen zu schützen.“ Viele Lehrkräfte scheuen sich dennoch, solche Vorfälle offen anzusprechen – aus Angst vor beruflichen Konsequenzen.

Bauers Maßnahmenpaket

Ministerin Bauer will dem Lehrpersonal künftig mehr Rückhalt geben. „Lehrkräfte brauchen klare Handlungsmöglichkeiten und unsere Rückendeckung, wenn es um religiös begründete Konflikte geht“, betonte sie. Die geplanten Workshops sollen Kompetenzen in der Konfliktlösung stärken und Pädagogen dabei helfen, problematische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Thematisch stehen interkultureller Druck, religiös motivierte Auseinandersetzungen und tradierte Geschlechterbilder im Mittelpunkt. Die Teilnahme soll sowohl in Präsenz als auch online möglich sein. Bauer unterstrich dabei den Beitrag ihres Ressorts: „Das ist etwas, was mein Ressort, das Integrationsressort, ganz konkret beitragen kann, um Lehrkräfte und Schulleitungen zu unterstützen.“

„So kurz vor Schulstart möchte ich allen Lehrerinnen und Lehrern ausdrücklich Danke sagen, dass sie diesen Problemen täglich den Kampf ansagen“, erklärte Bauer. Ziel der Maßnahmen sei es, Schulen so zu stärken, dass mehr Kindern ein erfolgreicher Bildungsweg offensteht – und Lehrkräfte sich dabei auf ihre pädagogische Arbeit konzentrieren können, ohne als Ordnungshüter im Klassenzimmer agieren zu müssen.

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KO KOSMO-Redaktion
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