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Von der Einwanderin zur Führungskraft: Sabinas Geschichte macht Mut

Von der Einwanderin zur Führungskraft: Sabinas Geschichte macht Mut
Foto: KOSMO
5 Min. Lesezeit |

Neue Sprache, zwei kleine Kinder und ein ausländischer Berufsabschluss: Sabina Dukaric musste beruflich praktisch von vorne beginnen. Heute ist sie stellvertretende Pflegemanagerin beim Hilfswerk Niederösterreich – und zeigt, welche Chancen mobile Pflege bieten kann.

An manchen Tagen beginnt Sabina Dukaric ihren Vormittag im Büro. Sie organisiert Dienstpläne, betreut Praktikant:innen und unterstützt die Pflegemanagerin. Wenige Stunden später sitzt sie im Dienstauto und fährt zu Kund:innen – zu einer Neuaufnahme, einer Pflegevisite oder einer Wundversorgung.

Genau diese Abwechslung prägt die mobile Pflege: Kein Tag ist gleich, kein Haushalt ist gleich und kein Mensch benötigt dieselbe Unterstützung. Die Pflege findet nicht in einem standardisierten Krankenzimmer statt, sondern dort, wo die Menschen leben – bei ihnen zu Hause.

Von Kroatien nach Österreich: ein beruflicher Neustart

Dass Sabina Dukaric einmal stellvertretende Pflegemanagerin in Niederösterreich sein würde, hätte sie selbst kaum erwartet. Ihre Krankenpflegeausbildung absolvierte sie in Kroatien. Der Liebe wegen kam sie nach Österreich, heiratete und bekam Zwillinge. Nach zweieinhalb Jahren Karenz stand sie vor Fragen, die viele Menschen kennen, die ihre Ausbildung im Ausland absolviert haben:

Wird mein Abschluss anerkannt? Ist mein Deutsch gut genug? Und wie lässt sich ein Pflegeberuf mit zwei kleinen Kindern vereinbaren?

Dukaric ließ ihr Diplom nostrifizieren, begann Deutsch zu lernen und startete 2019 beim Hilfswerk. Zunächst arbeitete sie als diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin direkt bei den Kund:innen. Es folgten Fortbildungen – und schließlich der Aufstieg zur stellvertretenden Pflegemanagerin.

Pflegeberuf und Familie miteinander verbinden

Ein entscheidender Punkt bei ihrer Berufswahl war die Familie. „Mit zwei kleinen Kindern konnte ich keine Nacht- und Schichtdienste machen“, erzählt Dukaric.

In der mobilen Pflege fand sie eine Alternative zum klassischen Krankenhausalltag. Das Hilfswerk Niederösterreich bietet unterschiedliche Arbeitszeitmodelle, darunter eine Vier-Tage-Woche, Blockdienste sowie Beschäftigungsmöglichkeiten von geringfügig bis 37 Wochenstunden. Weiterbildung, Gesundheitsförderung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gehören laut Unternehmen ebenfalls zum Angebot.

Ganz ohne Wochenend- und Feiertagsdienste funktioniert Pflege allerdings auch hier nicht. Persönliche Wünsche sollen bei der Dienstplanung möglichst früh berücksichtigt werden. In Dukarics Team gibt es dafür sogar ein eigenes Wunschbuch: Hochzeit, Familienfest oder ein wichtiger privater Termin können frühzeitig eingetragen werden.

Mobile Pflege bedeutet mehr als medizinische Versorgung

Wer Menschen zu Hause betreut, muss flexibel sein. Hinter jeder Wohnungstür wartet eine andere Situation: Manchmal ist ein Pflegebett vorhanden und alles vorbereitet, manchmal muss erst aus den vorhandenen Möglichkeiten eine professionelle Pflegesituation entstehen.

Die Aufgaben reichen von qualifizierten Pflegehandlungen wie Wundversorgung, Infusionen und Dekubitusversorgung bis hin zur Unterstützung bei der Körperpflege oder bei Besorgungen.

Für Dukaric liegt ein wichtiger Unterschied zum Krankenhaus darin, mehr Zeit für einzelne Kund:innen zu haben. Wenn für das Duschen eine Stunde vorgesehen ist, bedeutet das auch tatsächlich eine Stunde: gemeinsam ins Bad gehen, Körperpflege, eincremen, vielleicht noch die Haare machen – und wenn Zeit bleibt, ein Gespräch führen.

Gerade dieses Gespräch kann für Menschen, die viel allein sind, zum wichtigsten Teil des gesamten Besuchs werden.

„Nach so vielen Jahren sind unsere Kund:innen wie ein Familienmitglied. Man bekommt sehr viel von den Menschen zurück“, sagt Dukaric.
Foto: KOSMO

Vom ersten Besuch bis zum jahrelangen Vertrauen

Mobile Pflege findet im persönlichsten Umfeld eines Menschen statt. Die Mitarbeiter:innen betreten das Zuhause ihrer Kund:innen und damit einen Raum, in dem Vertrauen besonders wichtig ist.

Viele Menschen werden über Jahre begleitet. Manche ihrer Kund:innen kennt Dukaric bereits seit ihrem Einstieg beim Hilfswerk. „Nach so vielen Jahren sind unsere Kund:innen wie ein Familienmitglied“, beschreibt sie diese besondere Beziehung.

Das bringt schöne, aber auch emotionale Momente mit sich. Pflegekräfte erleben Fortschritte, Dankbarkeit und Erleichterung – aber auch Abschiede.

Welche Berufe gibt es beim Hilfswerk Niederösterreich?

Das Hilfswerk Niederösterreich beschäftigt rund 2.800 Mitarbeiter:innen, fast 2.000 davon arbeiten in der Pflege. Zum Angebot gehören unter anderem mobile Pflege, Betreuung und Therapie, Kinderbetreuung, Lernhilfe, Familienberatung und Tätigkeiten in der Verwaltung.

In Pflege und Betreuung arbeiten unterschiedliche Berufsgruppen zusammen, darunter:

  • Heimhilfen
  • Pflegeassistent:innen
  • Pflegefachassistent:innen
  • diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen
  • soziale Alltagsbegleiter:innen
  • Therapeut:innen

Auch ein beruflicher Neueinstieg ist möglich. Über Ausbildungsmodelle wie AQUA gibt es Möglichkeiten für Menschen, die einen neuen beruflichen Weg einschlagen möchten.

Muss man perfekt Deutsch sprechen?

Gerade für Menschen, die erst später nach Österreich gekommen sind, ist die Sprache häufig eine große Hürde. Dukaric kennt diese Unsicherheit aus eigener Erfahrung: Auch sie sprach zu Beginn nicht perfekt Deutsch.

Für die Arbeit in der Pflege ist zwar gesetzlich ein entsprechendes Sprachniveau erforderlich, gleichzeitig entwickelt sich Sprache aber auch weiter – durch Kurse, den Alltag und die tägliche Kommunikation mit Menschen.

Ein Beruf, bei dem man weiß, für wen man arbeitet

Vielleicht lässt sich der besondere Charakter der mobilen Pflege am Ende gar nicht vollständig in einer Stellenanzeige beschreiben. Man begleitet Menschen in ihrem Alltag, wird Teil wichtiger Lebensabschnitte und erlebt unmittelbar, was die eigene Arbeit bewirkt.

Am Ende eines Arbeitstages weiß man deshalb nicht nur, was man erledigt hat – sondern auch, für wen.

Alle offenen Stellen beim Hilfswerk Niederösterreich gibt es unter jobs.noe.hilfswerk.at.
Telefonische Informationen sind unter 05 9249-30180 erhältlich.

Hierbei handelt es sich um eine entgeltliche Einschaltung.

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KO KOSMO-Redaktion
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