Ein beiläufiger Satz des Premiers – und Kroatiens Journalistenverband schlägt Alarm. Die Pressefreiheit steht auf dem Spiel.
Der Kroatische Journalistenverband (HND) hat die Reaktion von Premierminister Andrej Plenkovic auf Drohungen serbischer Behörden gegen kroatische Medienvertreter scharf kritisiert.
Der HND warnt vor möglichen Einschüchterungsversuchen und Repressalien gegen kroatische Journalistinnen und Journalisten, die über die serbischen Wahlen am 25. Oktober berichten sollen. Auslöser der Auseinandersetzung ist eine Protestnote des serbischen Außenministeriums in Belgrad, die als Reaktion auf die Berichterstattung kroatischer Medien über Ereignisse in Serbien eingereicht wurde – und die der Verband als gezielten Einschüchterungsversuch wertet.
Plenkovics schwache Antwort
Plenkovic hatte die Vorwürfe aus Belgrad als „lächerlich“ abgetan und erklärt, dies sei eine Angelegenheit für Journalistenorganisationen. Genau diese Haltung stößt beim HND auf Widerspruch. Der Verband warnte, dass ein solch beiläufiger Kommentar – noch dazu aus Brüssel abgegeben – in Belgrad als Signal gewertet werden könnte, dass Zagreb im Ernstfall nicht entschieden auf Konsequenzen bestehen werde.
„Wenn der kroatische Premierminister solche Vorwürfe mit einem beiläufigen Kommentar aus Brüssel abtut, kann das in Belgrad als Zeichen verstanden werden, dass das offizielle Zagreb nicht übermäßig auf Konsequenzen bestehen wird“, hielt der HND fest.
Branchenweite Solidarität
Der Verband setzt unterdessen auf Solidarität innerhalb der Branche: In enger Zusammenarbeit mit serbischen Journalistenorganisationen will der HND die Sicherheit und Arbeitsfreiheit jener Kolleginnen und Kollegen gewährleisten, die zur Wahlberichterstattung nach Serbien reisen. Der Verband betont die grundlegende Bedeutung der Pressefreiheit und fordert von der kroatischen Regierung in Zagreb eine deutlich entschlossenere Haltung in dieser Angelegenheit.