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Deutschland

Neue Zuckersteuer: Fast 50 Cent mehr für eine große Cola?

Neue Zuckersteuer: Fast 50 Cent mehr für eine große Cola?
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Cola, Limonade und Energydrinks könnten in Deutschland ab Mitte 2027 teurer werden. Die Bundesregierung plant eine neue Steuer auf zuckerhaltige Getränke. Damit sollen der Zuckerkonsum gesenkt und die Kosten im Gesundheitssystem langfristig begrenzt werden.

Das Bundeskabinett hat den entsprechenden Gesetzesentwurf am 14. Oktober auf den Weg gebracht. Die neue Zuckergetränkesteuer soll ab dem 1. Juli 2027 gelten. Voraussetzung ist allerdings, dass das Gesetz das weitere parlamentarische Verfahren durchläuft und beschlossen wird.

Gestaffelte Steuer nach Zuckergehalt

Die geplante Abgabe sieht zwei Steuerstufen vor. Bei einem Zuckergehalt von mindestens fünf und weniger als acht Gramm pro 100 Milliliter werden 26 Cent pro Liter fällig. Enthält ein Getränk mindestens acht Gramm Zucker pro 100 Milliliter, steigt die Abgabe auf 32 Cent pro Liter.

Betroffen wären unter anderem Cola, Limonaden, Eistees, Energydrinks und Fruchtnektare mit Zuckerzusatz. Reine Frucht- und Gemüsesäfte, ungesüßte Fruchtsaftschorlen sowie Getränke, die mit Süßungsmitteln statt Zucker gesüßt werden, sollen hingegen ausgenommen sein.

Auch für kleinere Hersteller sind Ausnahmen vorgesehen. Unternehmen mit einer Jahresproduktion von bis zu einer Million Litern sollen von der Steuer befreit werden. Diese Regelung muss allerdings noch von der Europäischen Kommission genehmigt werden.

Streit um den Starttermin

Die Einführung der Steuer war innerhalb der deutschen Regierungskoalition umstritten. Nach Verhandlungen einigten sich CDU, CSU und SPD auf einen Kompromiss, den das Bundeskabinett anschließend auf den Weg brachte.

Allerdings gibt es weiterhin Kritik am geplanten Zeitplan. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann spricht sich für einen späteren Start am 1. Jänner 2028 aus. Unternehmen sollen dadurch mehr Zeit erhalten, ihre Rezepturen anzupassen und sich auf die neuen Vorgaben vorzubereiten.

Industrie warnt vor zusätzlichen Kosten

Auch aus der Getränkeindustrie kommt Kritik. Vertreter der Branche warnen vor zusätzlichem Verwaltungsaufwand und steigenden Kosten für die Unternehmen. Befürworter der Steuer erhoffen sich dagegen gesundheitliche Verbesserungen, insbesondere für Kinder und Jugendliche.

Dass eine solche Abgabe Einfluss auf die Zusammensetzung von Getränken haben kann, zeigen Erfahrungen aus Großbritannien. Dort sank der absatzgewichtete durchschnittliche Zuckergehalt der von der Abgabe erfassten Erfrischungsgetränke zwischen 2015 und 2020 um 46 Prozent. Ein wesentlicher Faktor war, dass Hersteller ihre Rezepturen anpassten.

Hunderte Millionen Euro an Mehreinnahmen erwartet

Die deutsche Bundesregierung rechnet mit erheblichen Einnahmen aus der geplanten Steuer. Für 2027 werden Mehreinnahmen von rund 690 Millionen Euro erwartet, für 2028 rund 925 Millionen Euro. Das Geld soll dazu beitragen, die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung stabil zu halten.

Ob und in welchem Ausmaß die Preise für einzelne Getränke steigen, hängt letztlich von der Preisgestaltung der Hersteller und Händler ab. Die Bundesregierung rechnet jedoch damit, dass die zusätzliche Abgabe teilweise an die Verbraucher weitergegeben wird.

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KO KOSMO-Redaktion
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