Das James-Webb-Teleskop fängt ein Signal auf – und die Wissenschaft steht vor einem Rätsel, das keiner der gängigen Erklärungsansätze lösen kann.
Eine rätselhafte Strahlung, deren Ursprung bislang niemand erklären kann, beschäftigt die Wissenschaft: Das James-Webb-Teleskop hat im Hubble Ultra Deep Field im Sternbild Fornax ein Signal registriert, das Forscherinnen und Forscher weltweit in Staunen versetzt.
Rätselhafte Emissionslinie
Aufgespürt wurde das Phänomen im Rahmen von zwei Messkampagnen, die im Abstand von 88 Tagen durchgeführt wurden. Das Team um Mason S. Huberty von der University of Minnesota setzte dabei auf eine Methode namens MOCSS: Mehr als 90 Prozent der Blenden des Nahinfrarot-Spektrografen NIRSpec wurden geöffnet, um möglichst viele Lichtquellen gleichzeitig zu erfassen.
Sechs bekannte Signale von Galaxien ließen sich auf diese Weise identifizieren – doch eine besonders intensive Emissionslinie entzieht sich bis heute jeder eindeutigen Zuordnung.
Vier Erklärungsansätze
Derzeit stehen vier Erklärungsansätze im Raum: eine weit entfernte Galaxie, eine jüngere Galaxie, eine Supernova oder ein Schwarzes Loch, das einen Stern verschluckt hat. Keiner dieser Ansätze lässt sich jedoch vollständig mit den vorliegenden Messdaten in Einklang bringen.
Das Forscherteam macht daher deutlich, dass weitere Untersuchungen unumgänglich sind: „Nachbeobachtungen sind unerlässlich, um die Rotverschiebung zu bestätigen und den physikalischen Ursprung der Emission zu bestimmen.“ Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Astrophysical Journal“ veröffentlicht.