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Armutsquote

Fast jeder fünfte Einwohner Serbiens ist armutsgefährdet

Fast jeder fünfte Einwohner Serbiens ist armutsgefährdet
(Foto: iStockphoto)
2 Min. Lesezeit |

Eine unerwartete Rechnung, eine kalte Wohnung oder zu wenig Geld für ausgewogene Mahlzeiten: Serbiens Armutsdaten zeigen konkrete Einschränkungen im Alltag. Besonders betroffen sind Arbeitslose, Alleinerziehende und alleinlebende ältere Menschen.

Zum Internationalen Tag zur Beseitigung der Armut am 17. Oktober lohnt ein Blick auf die jüngsten verfügbaren Zahlen: Laut serbischem Statistikamt waren 2025 19,6 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet. Gegenüber 2024 sank die Quote um lediglich 0,1 Prozentpunkte. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im März 2026.

Was Armutsgefährdung bedeutet

Die monatliche Einkommensschwelle betrug für Alleinlebende 45.674 Dinar, für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren 95.915 Dinar. Armutsgefährdet ist, wer mit seinem bedarfsgewichteten Haushaltseinkommen unter 60 Prozent des nationalen Medianeinkommens liegt.

Diese relative Kennzahl beschreibt die Einkommensposition innerhalb der Gesellschaft. Sie ist weder mit absoluter Armut gleichzusetzen noch ein berechnetes Mindestbudget für den Lebensunterhalt. Die Einkommensangaben der Erhebung 2025 beziehen sich auf das Vorjahr.

Ältere Alleinlebende besonders betroffen

Unter Arbeitslosen lag die Armutsgefährdungsquote bei 49,9 Prozent, unter Pensionistinnen und Pensionisten bei 23,4 Prozent. Bei Personen in Alleinerziehendenhaushalten betrug sie 41,3 Prozent. Besonders angespannt war die Lage alleinlebender Menschen ab 65 Jahren: Von ihnen waren 40,2 Prozent armutsgefährdet.

Wenn finanzielle Reserven fehlen

36,1 Prozent der Bevölkerung lebten in Haushalten, die eine unerwartete Ausgabe von 29.000 Dinar nicht aus ihrem Budget bestreiten konnten. 9,3 Prozent konnten ihre Wohnung aus finanziellen Gründen nicht ausreichend warm halten.

Weitere 14,2 Prozent lebten in Haushalten, die sich nicht jeden zweiten Tag eine Mahlzeit mit Fleisch, Fisch oder einer vegetarischen Alternative leisten konnten. Solche Angaben machen sichtbar, welche Einschränkungen hinter den Einkommenszahlen stehen.

Auch regional bestehen deutliche Unterschiede: In Süd- und Ostserbien waren 27,7 Prozent armutsgefährdet, in der Region Belgrad 8,4 Prozent. Der nationale Durchschnitt verdeckt damit erhebliche Unterschiede innerhalb des Landes.

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KO KOSMO-Redaktion
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