Zwölf Einbrüche innerhalb einer einzigen Woche in der Bruno-Marek-Allee in Wien-Leopoldstadt haben das Grätzl in Aufruhr versetzt und eine breite Debatte über die Sicherheitslage im Viertel ausgelöst. Bei einer gemeinsamen Zusammenkunft von Anwohnerinnen und Anwohnern sowie der Grätzlpolizei wurden vergangene Woche die bisherigen Ermittlungsergebnisse erörtert. Nach aktuellem Erkenntnisstand handelt es sich bei den Verdächtigen überwiegend um Jugendliche, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben – ein Umstand, der die Strafverfolgung erheblich erschwert.
Als Reaktion darauf kündigte die Polizei eine Ausweitung der Streifentätigkeit sowie verstärkte Anhaltungen im betroffenen Bereich an.
Wirtschaftskammer reagiert
Auch die Wirtschaftskammer Wien hat auf die Vorfälle reagiert und prüft, wie die lokalen Gewerbetreibenden bei der Absicherung ihrer Betriebe unterstützt werden können. „Es wurden Rabatte in Aussicht gestellt (für Sicherungsmaßnahmen, Anm.). Man hat Ideen gesponnen, wie die Wirtschaftskammer in naher Zukunft auch Betriebe stützen könnte, vielleicht mit eigenem Sicherheitspersonal oder finanzieller Unterstützung beim Zukaufen von Sicherheitspersonal“, erläuterte Michael Knoll, Obmann des Vereins Einkaufsstraße Bruno-Marek-Allee.
Darüber hinaus steht der Einsatz privater Sicherheitsdienste im Raum, um mögliche Lücken abzudecken, die aus einem Ressourcenmangel bei der Polizei resultieren könnten. In diesem Zusammenhang wurde auch die Frage aufgeworfen: „Es bleibt natürlich die Frage, was ist die Konsequenz daraus, wenn die Polizei zu wenig Ressourcen hat, um etwas zu machen?“
Prävention im Fokus
Die Bezirksvorstehung Wien-Leopoldstadt setzt ergänzend auf gezielte Präventionsarbeit als langfristigen Lösungsansatz. Christoph Zich, stellvertretender Bezirksvorsteher der SPÖ, verwies dabei auf eine deutliche Erhöhung der verfügbaren Mittel im Jugendbereich: „Wir haben auch das Jugendbudget stark aufgestockt, damit wir auch die Freie Mitte mit einer Parkbetreuung mit der Kinder- und Jugendarbeit des Jugendzentrums Nordbahnhof bestücken können.“
Die polizeilichen Ermittlungen zur Aufklärung der Einbruchsserie dauern unterdessen an.