Der ORF schaltet heute in mehreren Teilen Niederösterreichs kleinere Sendeanlagen ab. Tausende Einwohner leben in den betroffenen Gebieten – tatsächlich dürfte sich der Empfang aber nur für einen Teil der Haushalte ändern.
Am Dienstag, dem 20. Oktober, nimmt der ORF an 13 niederösterreichischen Standorten beziehungsweise in betroffenen Gemeinden und Ortslagen Sendeanlagen außer Betrieb. In den entsprechenden Gebieten leben laut Abschaltplan insgesamt rund 15.700 Menschen. Diese Zahl bedeutet allerdings nicht, dass alle ihren ORF-Empfang verlieren: Viele Haushalte nutzen Satellit, Kabel, Streaming oder werden weiterhin über andere Sendeanlagen versorgt.
Sendernetz wird verkleinert
In Niederösterreich werden am Dienstag zwölf kleinere DVB-T2-Sendeanlagen für Antennenfernsehen abgeschaltet. In Trattenbach wird zudem der lokale UKW-Sender für Ö1, Radio Niederösterreich und Ö3 außer Betrieb genommen. Die Maßnahme ist Teil einer österreichweiten Optimierung des terrestrischen ORF-Sendernetzes, mit der jährlich rund 1,5 Millionen Euro eingespart werden sollen.
Der ORF weist zugleich Berichte zurück, wonach österreichweit rund 64.000 Menschen künftig ohne TV- oder Radioempfang dastehen würden. Diese Zahl entspricht der Bevölkerung in den Gebieten rund um die betroffenen Kleinsender, nicht der Zahl der Haushalte, die tatsächlich ihren Empfang verlieren. Nach Angaben des ORF empfangen 94 Prozent der Bevölkerung die Programme über Satellit, Kabel oder Streaming; nur sechs Prozent nutzen Antennenfernsehen. In vielen Fällen bestehe außerdem eine Doppelversorgung durch mehrere Empfangswege oder Sendeanlagen.
UKW-Sender in Trattenbach fällt weg
Zu den betroffenen Standorten zählen unter anderem Gresten, Yspertal, Rossatz-Arnsdorf, Paudorf, Litschau, Michelbach, Aggsbach, Opponitz, Kleinzell, Trattenbach, Rohr im Gebirge, Drosendorf-Zissersdorf und Weikertschlag. Besonders diskutiert wird die Abschaltung des UKW-Kleinsenders in Trattenbach, über den bislang Ö1, Radio Niederösterreich und Ö3 ausgestrahlt wurden.
Der Zivilschutzverband empfiehlt für Krisen- und Blackoutfälle ausdrücklich ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio, weil darüber auch bei Ausfällen anderer Kommunikationswege Informationen verbreitet werden können. Die Abschaltung des lokalen Trattenbacher Senders bedeutet jedoch nicht automatisch, dass künftig im gesamten Gemeindegebiet kein ORF-Radio mehr empfangen werden kann: Je nach Standort können andere Sender weiterhin empfangbar sein. Wer nach der Umstellung Empfangsprobleme hat, kann sich laut ORF an dessen Kundenservice wenden, um alternative Empfangsmöglichkeiten zu prüfen.