ÖBB-Chef Matthä warnt vor massiven Zugausfällen ab 2026. Grund sind Sanierungen der Deutschen Bahn, die Österreichs Zugverkehr hart treffen.
ÖBB-Chef Andreas Matthä hat die Öffentlichkeit darauf hingewiesen, dass in den kommenden Jahren sowohl die Zugreisenden als auch die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) vor großen Herausforderungen stehen. Ab 2026 werden umfangreiche Sanierungsarbeiten der Deutschen Bahn auch in Österreich spürbare Auswirkungen haben. Fahrgäste der ÖBB müssen sich auf Umleitungen, längere Reisezeiten und Fahrplanänderungen einstellen.
Matthä betont, dass die Geduld der Passagiere in dieser Zeit „ein Stück weiter strapaziert“ werde, da die Erneuerung von Weichen, Gleisen und Oberleitungen in Deutschland „alternativlos“ sei. Im vergangenen Jahr sei kein österreichischer Güterzug „planmäßig dort gefahren, wo er fahren sollte“, und etwa die Hälfte der Verspätungen bei österreichischen Zügen seien auf Probleme im Ausland zurückzuführen, verdeutlicht Matthä die aktuelle Lage.
Herausforderungen für ÖBB
Die bevorstehenden, mehrmonatigen Streckensperrungen in Deutschland stellen die ÖBB vor erhebliche Herausforderungen. Auf bestimmten Strecken werden Züge umgeleitet, was die Reisezeit erheblich beeinflussen kann. Zudem müssen sich die Fahrgäste auf Änderungen im Fahrplan einstellen. Die wichtigsten Änderungen im Zugverkehr aufgrund der Sanierungsarbeiten in Deutschland sind für das Jahr 2026, das zweite Halbjahr 2026, das Jahr 2027 sowie die Jahre 2027 und 2028 vorgesehen.
Um den Personen- und Güterverkehr so gut wie möglich aufrechtzuerhalten, wird die Schieneninfrastruktur rund um die Uhr zu 100 Prozent ausgelastet sein. Dennoch können nur 80 Prozent der aktuellen Kapazitäten gewährleistet werden. Aufgrund der um 20 Prozent reduzierten Kapazität auf den Schienen wird der Güterverkehr verstärkt auf die Straße verlagert, erläutert Matthä.
In Oberösterreich sieht Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) insbesondere die zweistreifige Innkreis-Autobahn A8 nach Passau als betroffen an.