Gesund essen, länger leben – doch für einen 82-Jährigen wurde genau dieser Vorsatz zum lebensgefährlichen Irrtum.
Ein 82-jähriger Mann aus den USA wollte mit seiner Ernährung etwas für seine Gesundheit tun und landete stattdessen in der Notaufnahme. Was harmlos begann, entwickelte sich zu einem medizinischen Notfall, der ihn beinahe das Leben gekostet hätte.
Über mehrere Wochen aß der Senior wöchentlich rund drei Kilogramm gekochte Rote Bete. Die Folge: eine Einweisung in die Notaufnahme der University of California, wo Ärzte eine Methämoglobinämie feststellten – eine gefährliche Veränderung des Blutes, bei der der Körper nicht mehr ausreichend Sauerstoff transportieren kann. Der Methämoglobinwert des Patienten lag bei kritischen 21 Prozent.
Gefährliche Kombination
Rote Bete gilt zwar als nährstoffreiches Gemüse mit entzündungshemmender Wirkung – unter anderem dank des Antioxidans Betanin –, doch in übermäßigen Mengen kann sie zur Gefahr werden. Im Fall des Mannes war es das Zusammenspiel aus dem hohen Nitratgehalt der Roten Bete und einem nitratbasierten Medikament, das er einnahm, das die Sauerstoffversorgung des Blutes massiv beeinträchtigte. Seine Sauerstoffsättigung sank auf lediglich 88 Prozent – obwohl seine Lunge einwandfrei funktionierte.
Die behandelnden Ärzte griffen zur Injektion von Methylenblau, einem Gegenmittel, das die Blutveränderung rückgängig machen sollte. Die Therapie schlug an: Die Sauerstoffsättigung stieg auf normale 99 Prozent, und nach wenigen Tagen konnte der Patient das Krankenhaus verlassen – mit der ärztlichen Empfehlung, seinen Rote-Bete-Konsum künftig deutlich zu reduzieren.
Warnung für Ältere
Der Fall wurde im Fachjournal Journal of Emergency Medicine veröffentlicht. Die Autoren des Berichts betonen, dass eine vermeintlich gesunde Ernährung in Kombination mit bestimmten Medikamenten unerwartete und gefährliche Folgen haben kann.
Besonders für ältere Menschen gilt: Bei unerklärlichen Beschwerden wie Schwindel oder blasser Haut sollte ohne Zögern ärztlicher Rat eingeholt werden.