Der ukrainische Geheimdienst SBU hat neue Einzelheiten zu einem mutmaßlich vereitelten Attentat auf Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlicht. Laut SBU-Chef Wassyl Maljuk war der ostpolnische Flughafen Rzeszow als Tatort vorgesehen. Bei dem Hauptverdächtigen handle es sich um einen früheren polnischen Militärangehörigen, der bereits vor Jahrzehnten aufgrund seiner Sympathien für die Sowjetunion von russischen Nachrichtendiensten rekrutiert worden sei.
Der Verdächtige sollte nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstchefs am Flughafen einen Anschlag auf Selenskyj organisieren – entweder mittels einer Drohne oder durch einen Scharfschützen. In die Verschwörung seien zudem zwei ehemalige ukrainische Offiziere im Oberst-Rang involviert gewesen, die einst der Leibgarde des Präsidenten angehörten. Deren Festnahme hatte Maljuk bereits im Mai dieses Jahres öffentlich gemacht.
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Polnische Ermittlungen
Die polnischen Behörden sind mit dem Fall vertraut. Der ehemalige Soldat wurde bereits im April dieses Jahres vom polnischen Inlandsgeheimdienst ABW in Zusammenarbeit mit dem SBU festgenommen. Die polnische Staatsanwaltschaft erhob im darauffolgenden Monat Anklage gegen ihn wegen geheimdienstlicher Tätigkeit für eine fremde Macht.
Der Flughafen Rzeszow, etwa 70 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, dient als logistischer Knotenpunkt für Waffenlieferungen und als Ausgangspunkt für politische Delegationen in die Ukraine. Selenskyj, der unter strengen Sicherheitsvorkehrungen reist, nutzt bei seinen Auslandsbesuchen üblicherweise zunächst die Bahn von Kiew nach Polen und steigt in Rzeszow in das ukrainische Regierungsflugzeug um.
Der als besonders gesichert geltende Flughafen ist ein zentraler Umschlagplatz für westliche Militärhilfe an die Ukraine. Die Bedrohungslage an diesem strategisch wichtigen Ort wird von polnischen wie ukrainischen Sicherheitsbehörden als hoch eingestuft.
Kriegshintergrund
Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als drei Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Selenskyj warnt, Putin strebe die Kontrolle über weitere ehemalige Sowjetrepubliken an. Putin hingegen behauptet, die Ukraine gehöre „in gewissem Sinne“ zu Russland.