Ein Wiener Kultcafé, loyale Stammbelegschaft – und ein Vorfall, der alles ins Wanken bringt.
Beim Wiener Kultlokal Café Engländer hat sich ein Vorfall ereignet, der sowohl Gäste als auch das Personal in Aufruhr versetzt hat. Mario Plachutta, der seit September gemeinsam mit der Familie Friese als Miteigentümer des Lokals fungiert, soll am Montagmittag durch einen lautstarken und unkontrollierten Auftritt aufgefallen sein. Mehrere Zeugen schildern, dass er dabei die Ruhe des beliebten Mittagsbetriebs erheblich gestört habe.
Die mehr als 20 Mitarbeiter des Cafés reagieren empört und ziehen eine gemeinsame Kündigung in Betracht. Wie der KURIER berichtet, erklärten sie: „Unter jemandem, der so mit uns umgeht, wollen wir nicht arbeiten.“
Langjährige Belegschaft
Der Vorfall trifft eine Belegschaft, die dem Lokal in besonderer Weise verbunden ist. Einzelne Mitarbeiter sind seit mehr als zwei Jahrzehnten im Café Engländer tätig und hielten den Betrieb auch dann aufrecht, als nach dem Tod des früheren Betreibers Christian Wukonigg Gehaltszahlungen ausblieben.
Der Auseinandersetzung mit Plachutta folgte nun die Überlegung aller Beschäftigten, das Lokal geschlossen zu verlassen. Zusätzliches Gewicht erhält die Situation durch den Vorwurf, Plachutta habe den Mitarbeitern gedroht, in Wien keinen Job mehr zu finden.
Plachuttas Reaktion
Plachuttas Gastronomieunternehmen wird in dritter Generation geführt, und sein als streng geltender Führungsstil war bereits in der Vergangenheit Gegenstand von Kritik. Gemeinsam mit der Familie Friese übernahm er 2025 auch das traditionsreiche Wien-Innere-Stadt-Lokal Café Bräunerhof.
Sein Anwalt Georg Röhsner weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe entschieden zurück und bezeichnet die dem KURIER zugetragenen Informationen als „unrichtig“. Plachutta selbst sprach in diesem Zusammenhang von einer „medialen Hetzjagd“ und ließ die Angelegenheit über seinen Rechtsbeistand kommunizieren.
Das Café Engländer, das nach dem Tod seines Gründers in die Insolvenz gerutscht war und unter neuer Eigentümerschaft einen Neustart wagte, steht nun erneut vor einer ungewissen Zukunft.
Der drohende Verlust des gesamten erfahrenen Stammpersonals stellt die weitere Entwicklung des Lokals in Frage.