Universitätsdienste in Wien abgeschaltet, deutsche Ministerien zeitweise offline, Medienportale gesperrt: Zwei kritische Sicherheitslücken haben international weitreichende Folgen.
Zwei Schwachstellen in der weit verbreiteten Web-Technologie PHP sorgen am Mittwoch, dem 21. Oktober, für dringende Schutzmaßnahmen. Angreifer könnten darüber aus der Ferne Schadcode ausführen und betroffene Server übernehmen. Gefährdet sind ungepatchte Systeme weltweit.
Abschaltungen in Österreich
Die Universität Wien nahm vorsorglich zahlreiche IT-Dienste vom Netz. Betroffen waren unter anderem Webseiten, Onlineformulare, Webmail, Moodle und u:cloud. Die Universität betonte, keine Angriffe auf ihre Systeme festgestellt zu haben.
Auch die TU Wien, die NÖN und die Caritas nahmen laut STANDARD vorsorglich offline.
Folgen in mehreren Ländern
In Deutschland waren die Webseiten des Innen-, Landwirtschafts-, Bau- und Digitalministeriums zeitweise nicht erreichbar. Laut BILD gingen sie inzwischen wieder online. Mainz schaltete sein Stadtportal und weitere Internetdienste vorsorglich ab.
In den Niederlanden und Belgien nahm DPG Media mehrere Angebote vom Netz, darunter Webseiten und Apps von RTL Nieuws, Tweakers und Autoweek. Auch in Finnland wurden Regierungsdienste eingeschränkt. Frankreichs Innenministerium bestätigte vorübergehende Abschaltungen örtlicher Verwaltungswebseiten.
In der Schweiz nahm der IT-Dienstleister MTF Solutions einzelne öffentlich erreichbare PHP-Dienste seiner Kunden vorsorglich offline.
Sicherheitsupdates verfügbar
Das PHP-Team hat inzwischen Sicherheitsupdates veröffentlicht. Betreiber sollten ihre Administratoren oder Hosting-Anbieter kontaktieren und verwundbare Systeme unverzüglich aktualisieren lassen. Ist das nicht sofort möglich, empfiehlt CERT-EU, eine vorübergehende Trennung betroffener Anwendungen vom öffentlichen Internet zu erwägen.
Eine vorsorgliche Abschaltung bedeutet keinen bestätigten Hackerangriff. Für Nutzer können dennoch Dienste ausfallen. Werden ungeschützte Server tatsächlich angegriffen, könnten auch persönliche Daten gestohlen werden.