Ein Überstundenstreit in Zwettl (Niederösterreich) sorgt für Aufsehen. Eine Frau fordert über 57.000 Euro für nicht bezahlte Mehrarbeit. Der Fall zieht weite Kreise.

Ein Fall aus Zwettl, Niederösterreich, sorgt derzeit für Schlagzeilen. Eine Frau fordert über 57.298 Euro für eine Vielzahl von Überstunden ein. Laut ihrem Kollektivvertrag verfallen Überstunden nach sechs Monaten. Doch die Frau behauptet, ihre Mehrarbeit stets fristgerecht geltend gemacht und alles schriftlich dokumentiert zu haben. Der Arbeitgeber habe ihr versichert, die Auszahlung später vorzunehmen. Die österreichische Tageszeitung Heute berichtet, dass die Frau 60 Stunden wöchentlich im Home-Office für ein Schweizer Unternehmen arbeitete.
1.054 Überstunden
Insgesamt hat sie 1.054 Überstunden angesammelt und verlangt nun gerichtlich 57.298 Euro. Obwohl das Arbeitsverhältnis beendet ist, bestreitet der Arbeitgeber die Existenz der Überstunden nicht. Er erklärt jedoch, dass der Großteil der Stunden verfallen sei. Die Arbeiterkammer Niederösterreich, die die Interessen der Arbeitnehmer vertritt, unterstützt die Frau bei ihrer Klage. Jürgen Binder, Bezirksstellenleiter, äußerte sich optimistisch gegenüber der Plattform Mein Bezirk: „Wir haben alle Überstunden eingeklagt und sind guter Dinge, dass wir den Fall gewinnen.“
[crp box=“1″ limit=“3″ heading=“1″ offset=“0″]
Herausforderungen bei Überstunden
Die Arbeiterkammer empfiehlt, Überstunden genau zu dokumentieren und rechtzeitig einzufordern. In Betrieben mit einem Betriebsrat könnten solche Konflikte oft vermieden werden. Angela Fischer, Vizepräsidentin der Arbeiterkammer Niederösterreich, hebt hervor, dass jede vierte Überstunde nicht bezahlt wird, wobei Handel und Gastgewerbe besonders betroffen sind. „In den meisten Fällen kann eine Beratung das Problem lösen“, erklärt Fischer. Der Fall aus Zwettl wird als drastisches Beispiel für die Schwierigkeiten im Umgang mit Überstunden angesehen.