Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Bewährung

Fußfessel statt Zelle: Wird sich der „Blut-Scheich“ jetzt an Benko rächen?

Fußfessel statt Zelle: Wird sich der „Blut-Scheich“ jetzt an Benko rächen?
Foto: EPA/LOU BENOIST / POOL MAXPPP OUT, ANNA SZILAGYI
2 Min. Lesezeit |

Fußfessel statt Gefängniszelle – doch für René Benko könnte die Freiheit trügerischer sein, als sie scheint.

René Benko, der frühere Chef der Signa-Gruppe, verbringt seine Tage seit dieser Woche in einer Innsbrucker Wohnung – überwacht durch eine elektronische Fußfessel. Für die Unterkunft sorgte sein Verteidiger Norbert Wess. Sicherheitsexperten schließen nicht aus, dass Benko nach seiner Entlassung ins Visier ehemaliger Gläubiger geraten könnte.

Drohungen aus Saudi-Arabien

Unter jenen, die durch den Zusammenbruch des Immobilienkonzerns erhebliche Verluste erlitten, befindet sich auch der saudi-arabische Staatsfonds, der 2023 mindestens einen dreistelligen Millionenbetrag in die Signa-Gruppe investiert hatte. Mit dem Bankrott des Unternehmens war dieses Kapital verloren. Die Konsequenzen blieben nicht aus: Bereits 2024 stand Benko unter Polizeischutz, nachdem Behörden von Drohungen aus Saudi-Arabien Kenntnis erlangt hatten. Ob dieser Schutz auch nach seiner Entlassung aufrechterhalten wird, ließen die zuständigen Stellen offen.

Bewährung & Prozesse

Im Jänner 2025 war Benko festgenommen worden. Im September desselben Jahres verurteilte ihn ein Innsbrucker Gericht zu zweieinhalb Jahren Haft wegen betrügerischer Krida (Gläubigerschädigung). Da er zu diesem Zeitpunkt bereits 629 Tage in Haft und Untersuchungshaft verbracht hatte, wurde er auf Bewährung freigelassen.

Trotz der Entlassung gelten weiterhin Kontaktverbote gegenüber früheren Geschäftspartnern; täglich darf er für eine Stunde ins Freie und seine Familie besuchen. Die Staatsanwaltschaft hat die Entlassung aus der Untersuchungshaft angefochten – das Oberlandesgericht Innsbruck soll darüber kommende Woche entscheiden. Darüber hinaus erwartet Benko im November ein weiterer Prozess, diesmal wegen des Vorwurfs des schweren Betrugs.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen