Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Ernteeinbruch

Hitze vernichtet Drittel der Ernte – Winzer in der Krise

Hitze vernichtet Drittel der Ernte – Winzer in der Krise
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Weniger Menge, aber Hoffnung auf Qualität: Burgenlands Winzer starten unter schwierigen Vorzeichen in die Hauptlese 2026.

Montagfrüh rollten im Burgenland die ersten Erntemaschinen an – die Hauptweinlese hat begonnen. Für die heimischen Winzerinnen und Winzer fällt der diesjährige Jahrgang jedoch deutlich kleiner aus als gewohnt: Anhaltende Hitze und zu wenig Niederschlag drücken die Erntemenge voraussichtlich um etwa 30 Prozent. Was die Qualität betrifft, zeigte sich Wein-Burgenland-Obmann Herbert Oschep bei einer Pressekonferenz zumindest vorsichtig zufrieden – der Jahrgang sei „zufriedenstellend“.

Der Regen der vergangenen Tage kam für die Branche offenbar im letzten Moment: Er habe den Rebstöcken und Trauben gutgetan, erklärte Andreas Liegenfeld, Präsident des Burgenländischen Weinbauverbandes. Auch Winzer Leo Sommer kehrte nach einem Rundgang durch seine Weingärten erleichtert zurück – er sei am Wochenende „positiv überrascht“ gewesen.

Druck am Weinmarkt

Die Witterungsbedingungen stellten die Betriebe in diesem Jahr vor erhebliche Probleme. Das Jahr 2026 habe bisher „sehr viele Hitzetage und viel zu wenig Niederschlag“ gebracht, sagte Oschep laut APA. Dazu kommt eine strukturelle Schieflage auf dem internationalen Weinmarkt.

Oschep formulierte es unmissverständlich: „Derzeit wird am Weltmarkt mehr Wein produziert als konsumiert.“ Die Kaufbereitschaft der Konsumentinnen und Konsumenten habe spürbar nachgelassen. „Die Zeit des Weinverteilens ist vorbei, die Zeit des Weinverkaufens hat begonnen“, sagte Oschep.

Bestände als Puffer

Etwas Spielraum verschafft der Branche der außergewöhnlich starke Vorjahresjahrgang. Vom sogenannten „Jahrtausendjahrgang“ 2025 seien noch Bestände vorhanden, auf die nun zurückgegriffen werden könne, erklärte Liegenfeld. Zuversicht schöpfen die Winzerinnen und Winzer auch aus dem Zustand der Rebstöcke: Diese seien trotz der extremen Bedingungen weitgehend grün und gesund geblieben.

Die Amerikanische Rebzikade und die von ihr übertragene Goldgelbe Vergilbungskrankheit wirkten sich auf die Gesamterntemenge heuer noch kaum aus. Im Bereich rund um den Eisenberg im Südburgenland mussten laut Liegenfeld allerdings in einzelnen Anlagen Rodungen vorgenommen werden.

Geerntet wird in diesem Jahr fast zwei Wochen früher als noch 2025 – für manche Betriebe so früh wie nie zuvor.

Auf dem Weingut von Leo Sommer war es jedoch kein Rekord: 2024 hatte die Lese dort sogar zwei Tage früher begonnen.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen