20 Jahre Loyalität, null echte Offerte und trotzdem mehr Gehalt. Ein Arbeitnehmer setzte auf einen riskanten Zug und gewann.
Mit einem schlichten Trick erzielte ein langjähriger Mitarbeiter eine Gehaltserhöhung von 12,5 Prozent – ohne ein tatsächliches Angebot eines anderen Unternehmens in der Hand zu haben. Er erfand kurzerhand ein Konkurrenzangebot samt überhöhten Gehaltszahlen und brachte diese in die Verhandlung mit seiner Vorgesetzten ein. Das Ergebnis: Sein Arbeitgeber passte sein Grundgehalt entsprechend an.
Die Erhöhung gilt ab dem 1. November. Der Mann ist seit 20 Jahren im Unternehmen tätig und führt seinen Verhandlungserfolg auch auf seine langjährigen, unbestreitbaren Leistungen zurück.
Reaktionen im Netz
Seine Geschichte teilte er im Reddit-Forum r/Freudeteilen – und traf damit einen Nerv. Mehr als 2.000 positive Bewertungen sammelten sich unter dem Beitrag. In der Kommentarspalte entbrannte dabei nicht nur eine Debatte über den Bluff selbst, sondern auch über die Frage, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter grundsätzlich wertschätzen.
Während ein Nutzer kritisierte, dass manche Arbeitgeber Obstkörbe als ausreichendes Zeichen der Anerkennung betrachten, verlangten andere nach echter Wertschätzung für den täglichen Einsatz ihrer Belegschaft. Ein im Forum zitiertes Statement eines Vorgesetzten brachte eine verbreitete Haltung auf den Punkt: „Du kriegst jeden Monat dein Gehalt, das ist die Wertschätzung.“
Risiken des Bluffs
Der Fall verdeutlicht, dass taktisches Geschick in Gehaltsgesprächen durchaus den Unterschied machen kann. Fliegt ein solcher Bluff auf, kann das Vertrauen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber dauerhaft beschädigt werden.
Wer eine Gehaltserhöhung anstrebt, fährt langfristig besser mit einer Strategie, die auf dem eigenen nachweisbaren Wert aufbaut. Konkrete Belege für erbrachte Leistungen und erzielte Erfolge im Unternehmen stärken die Verhandlungsposition – ohne das Risiko, bei einem erfundenen Angebot aufzufliegen.