Ali G ist zurück – doch österreichische Fans schauen vorerst durch die Finger. Während Sacha Baron Cohens neuer Film diese Woche in Deutschland regulär in den Kinos startet, wurde der Kinostart in Österreich überraschend gestrichen. Warum, bleibt bislang offen.
Mehr als 20 Jahre nach seinem letzten großen Kinoauftritt kehrt Sacha Baron Cohen als Kultfigur Ali G zurück. Der neue Film trägt den Titel „Ali G: Who Iz I?“ und startet in Deutschland laut Sony Pictures am 22. Oktober 2026 regulär in den Kinos. In Österreich hingegen wurde der geplante Start kurzfristig abgesagt.
Österreich-Start gestrichen
Ursprünglich war „Ali G: Who Iz I?“ auch für die österreichischen Kinos angekündigt. Auf der österreichischen Website von Sony Pictures ist sogar weiterhin der 23. Oktober 2026 als Starttermin zu finden. Doch tatsächlich wird der Film vorerst nicht in Österreich anlaufen.
Auf Anfrage des STANDARD bestätigte Sony Pictures, dass der Film in Österreich „aus dem Verleih genommen“ wurde. Einen neuen Starttermin gibt es derzeit nicht. Noch bemerkenswerter: Eine offizielle Begründung für die Entscheidung wurde bislang nicht genannt.
In Deutschland läuft Ali G weiter
Während österreichische Kinobesucher vorerst verzichten müssen, bleibt es beim deutschen Kinostart. Sony Pictures Deutschland bewirbt den Film weiterhin offiziell mit dem Startdatum 22. Oktober. Damit ergibt sich eine ungewöhnliche Situation: Auf der einen Seite der Grenze kommt der neue Ali-G-Film regulär ins Kino, in Österreich hingegen nicht.
Warum Sony gerade den österreichischen Markt auslässt, ist unklar. Eine schlechte Altersfreigabe, ein behördliches Verbot oder eine Entscheidung österreichischer Behörden wurde jedenfalls nicht als Grund genannt. Vielmehr handelt es sich nach aktuellem Stand um eine Entscheidung des Verleihs.
Heftige Kritik an Ali G
Der gestrichene Österreich-Start fällt allerdings in eine Zeit, in der der neue Film international für heftige Diskussionen sorgt. Bereits nach Veröffentlichung des ersten Trailers formierte sich vor allem in Großbritannien Widerstand gegen die Rückkehr von Ali G.
Kritiker werfen der Figur vor, rassistische und längst überholte Klischees rund um schwarze britische Kultur, jamaikanische Einflüsse und Hip-Hop zu reproduzieren. Eine Kampagne versuchte deshalb, Kinobetreiber dazu zu bewegen, den Film nicht zu zeigen. Bereits Ende August waren nach Angaben der Initiatoren mehr als 36.000 entsprechende Nachrichten an Kinos verschickt worden.
Ob diese Kontroverse etwas mit der österreichischen Entscheidung zu tun hat, ist allerdings nicht bestätigt. Sony hat bislang keinen Zusammenhang zwischen den Protesten und dem Rückzug aus dem österreichischen Verleih hergestellt.
Cohen verteidigt seine Kultfigur
Sacha Baron Cohen selbst weist die Kritik an Ali G zurück. Die Figur sei schließlich bewusst als lächerlicher weißer Möchtegern-Gangster angelegt, der schwarze und jamaikanische Jugendkultur imitiert. Der eigentliche Witz bestehe laut Cohen nicht darin, Minderheiten lächerlich zu machen, sondern die Ignoranz und Vorurteile anderer Menschen sichtbar zu machen.
Ali G tauchte erstmals Ende der 1990er-Jahre im britischen Fernsehen auf und machte Cohen international bekannt. Seine Interviews mit Politikern, Prominenten und Experten lebten davon, dass die Gesprächspartner häufig nicht wussten, dass sie es mit einer Kunstfigur zu tun hatten.
Ali G wird Vater
Auch im neuen Film bleibt Cohen seinem Konzept treu. Nach rund 20 Jahren des Nichtstuns erfährt Ali G, dass seine langjährige Freundin Julie im achten Monat schwanger ist. Um Geld für seine zukünftige Familie zu verdienen, reist er in die USA und versucht dort, an seinen früheren Ruhm anzuknüpfen.
„Ali G: Who Iz I?“ ist gleichzeitig Sacha Baron Cohens Regiedebüt. Neben Cohen ist unter anderem Morgana Robinson als Julie zu sehen. Der Film verbindet klassische Ali-G-Comedy erneut mit realen Begegnungen, gesellschaftlicher Satire und Provokation.
Österreich muss warten
Ob „Ali G: Who Iz I?“ zu einem späteren Zeitpunkt doch noch in österreichischen Kinos gezeigt wird oder direkt bei einem Streaminganbieter landet, ist derzeit offen. Fest steht bislang nur: Während der Film in Deutschland regulär startet, bleibt Ali G den österreichischen Kinoleinwänden vorerst fern.