Ein tödlicher Motorradunfall in Niederösterreich hat einen ehemaligen Spitzenbanker mit bewegter Vergangenheit das Leben gekostet.
Gerhard Gribkowsky, ehemaliger Risikovorstand der Bayerischen Landesbank (BayernLB), ist im Alter von 68 Jahren gestorben. Der Deutsche kam bereits am 4. Oktober 2026 auf der B27 bei Schwarzau im Gebirge im Bezirk Neunkirchen ums Leben. Bekannt wurde sein Tod erst jetzt, nachdem deutsche Medien seine Identität öffentlich gemacht hatten.
Tödlicher Unfall auf der B27
Der Unfall ereignete sich gegen 14.10 Uhr, als Gribkowsky mit seinem Motorrad in Richtung Reichenau unterwegs war. Bei Straßenkilometer 14,5 kam er aus bislang nicht abschließend geklärter Ursache von der Fahrbahn ab. Das Motorrad geriet auf das Straßenbankett und stieß mit dem Vorderrad gegen einen Regenschachtdeckel.
Durch den Aufprall wurde der 68-Jährige vom Motorrad geschleudert und rund zehn Meter durch die Luft geschleudert. Nachkommende Verkehrsteilnehmer hielten an, leisteten Erste Hilfe und alarmierten die Rettungskräfte. Die Notärztin konnte jedoch nur noch den Tod des Mannes feststellen. Die Polizei hatte zunächst lediglich den tödlichen Unfall eines 68-jährigen deutschen Staatsbürgers gemeldet.
44 Millionen Dollar im Formel-1-Skandal
Internationale Bekanntheit erlangte Gribkowsky durch seine Rolle beim Verkauf von Formel-1-Anteilen der BayernLB an den Finanzinvestor CVC. Die Landesbank war nach der Insolvenz der Kirch-Gruppe an den Anteilen beteiligt und wollte diese verkaufen. Gribkowsky war als Risikovorstand maßgeblich in das Geschäft eingebunden.
Im Zusammenhang mit dem Verkauf erhielt er rund 44 Millionen US-Dollar vom damaligen Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Die Zahlungen standen im Zentrum eines umfangreichen Korruptionsverfahrens. 2012 verurteilte das Landgericht München Gribkowsky wegen Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung zu achteinhalb Jahren Haft.
Auch Ecclestone musste sich juristisch mit der Affäre auseinandersetzen. Sein Verfahren in Deutschland wurde 2014 gegen eine Geldauflage von 100 Millionen US-Dollar eingestellt. Eine Verurteilung erfolgte dabei nicht.
Nach Haft wieder bei Strabag tätig
Nach seiner Verurteilung arbeitete Gribkowsky während der Haft als Freigänger für den österreichischen Baukonzern Strabag. Bereits zuvor hatte er dem Aufsichtsrat des Unternehmens angehört. Im März 2016 wurde er vorzeitig aus der Haft entlassen und setzte seine berufliche Tätigkeit anschließend fort.
Sein früherer Anwalt Dirk Petri zeigte sich angesichts der Todesnachricht betroffen. Gegenüber der deutschen „Bild“-Zeitung erklärte er, Gribkowsky habe nach seiner Verurteilung und der verbüßten Haftstrafe wieder ins bürgerliche Leben zurückgefunden. Der tödliche Unfall sei für ihn und seine Familie tragisch.