Ein Plakat verschwindet, ein anderes erscheint – und plötzlich brodelt die Gerüchteküche in der Wiener Löwelstraße.
An der Fassade der SPÖ-Parteizentrale in der Wiener Löwelstraße hat sich etwas verändert – und das blieb nicht unbemerkt.
Das großformatige Porträt des ehemaligen SPÖ-Vorsitzenden Andreas Babler, das sich über zwei Stockwerke des Gebäudes erstreckte und mit dem Slogan „Ordnen statt spalten“ versehen war, wurde am Mittwoch abgenommen. An seiner Stelle hängt nun ein Plakat von Wiens Bürgermeister Michael Ludwig, der für seine Wohnkampagne mit dem Motto „Wien schafft Zuhause“ wirbt.
Routinemäßiger Wechsel?
Der Wechsel löste prompt Spekulationen über mögliche Verschiebungen innerhalb der Partei aus. Die SPÖ-Sprecherin trat diesen Deutungen jedoch entschieden entgegen. „Unser Plakat hing schon eine längere Zeit“, sagte sie, und fügte hinzu: „Die Wiener SPÖ, die ja auch in der Löwelstraße beheimatet ist, hat uns gefragt, ob sie ein Plakat für ihre neue Wohnkampagne anbringen kann.“ Es handle sich schlicht um eine routinemäßige Plakatablösung, nicht um ein politisches Signal.
Offene Führungsfrage
Dennoch fällt der Wechsel in eine Phase, in der die Frage nach der künftigen Führung der Bundespartei offen im Raum steht. In der parteiinternen Debatte werden neben den Co-Vorsitzenden Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher auch der Name Markus Marterbauer als möglicher Nachfolger Bablers genannt.
Die SPÖ-Sprecherin gab sich gelassen: „Das nächste Mal sind wir wieder dran.“