Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Stromreform

Stromkosten ab 2027: Auf diese 15 Minuten kommt es künftig an

Stromkosten ab 2027: Auf diese 15 Minuten kommt es künftig an
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Ab 2027 wird Österreichs Stromnetz-Rechnung neu berechnet: Künftig kann schon eine kurze Verbrauchsspitze darüber entscheiden, wie hoch die Netzkosten ausfallen.aa

Mit 1. Jänner 2027 tritt in Österreich eine neue Grundlage für die Berechnung der Stromnetzentgelte in Kraft. Der für Haushalte besonders relevante Leistungspreis wird je nach Netzbereich zwischen dem 1. Jänner 2027 und spätestens dem 1. Juli 2028 eingeführt. Künftig zählt neben dem Stromverbrauch zunehmend auch der höchste 15-Minuten-Leistungswert eines Monats. Wer mehrere leistungsstarke Geräte gleichzeitig nutzt – etwa eine Wärmepumpe und eine Ladestation für das Elektroauto – kann dadurch höhere Netzkosten verursachen. Für durchschnittliche Haushalte ohne besonders leistungsstarke Anwendungen erwartet die E-Control hingegen keine wesentlichen Änderungen.

Zeitlich gestaffelte Tarife

Zusätzlich setzt die Reform auf zeitabhängige Netzentgelte. Der Sommer-Nieder-Arbeitspreis (SNAP) gilt bereits seit April 2026: Vom 1. April bis 30. September ist der Netz-Arbeitspreis zwischen 10 und 16 Uhr um 20 Prozent reduziert. Auch 2027 wird dieser Tarif wieder angeboten. Neu kommt ab dem 1. Oktober 2027 der Winter-Nieder-Arbeitspreis (WiNAP) hinzu. Er gilt jeweils von Oktober bis März zwischen 23 und 5 Uhr und soll Stromverbrauch in die günstigeren Nachtstunden verlagern. Wie hoch die Reduktion beim WiNAP tatsächlich ausfällt, wird erst in der entsprechenden Tarifverordnung festgelegt. Voraussetzung für beide Modelle ist, dass der Smart Meter Viertelstundenwerte liefert.

Um unerwünschte Kostensteigerungen zu vermeiden, empfiehlt sich für Haushalte mit Elektrofahrzeugen ein bewussteres Management des Ladevorgangs. Wer etwa auf eine niedrigere Ladeleistung umstellt oder programmierbare Ladezeiten nutzt, kann Leistungsspitzen gezielt abfedern. Intelligente Steuerungssysteme bieten dabei die Möglichkeit, den Verbrauch gleichmäßiger über den Tag zu verteilen.

Flexible Netznutzung

Die Reform sieht darüber hinaus eine flexible Netznutzung vor: Kundinnen und Kunden können ihrem Netzbetreiber einen Teil ihrer Leistung flexibel zur Verfügung stellen und im Gegenzug von niedrigeren Netzkosten profitieren. Eine Einschränkung oder Steuerung soll nur erfolgen, wenn sie für das Stromnetz tatsächlich notwendig ist, und ist auf maximal zweimal zwei Stunden pro Tag begrenzt.

Nach Berechnungen der E-Control könnten durch eine bessere Netzauslastung und geringere Lastspitzen langfristig rund 300 Millionen Euro an künftigen jährlichen Netzkosten vermieden werden. Ziel ist es vor allem, teuren Netzausbau zu begrenzen und den Anstieg der Netzkosten langfristig zu dämpfen.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen