Höhere Kosten für Fernwärme, Wasser, Müll und öffentliche Verkehrsmittel: Auf viele Haushalte kommen 2027 weitere finanzielle Belastungen zu. Neben Wien erhöhen auch Graz und Salzburg einzelne Gebühren, etwa für das Parken.
In Wien werden ab 1. Jänner 2027 die Gebühren für Wasser, Kanal und Müllabfuhr angehoben. Gleichzeitig steigen die Fernwärmekosten für viele Haushalte, und auch die Tarife der Wiener Linien sollen im kommenden Jahr erneut angepasst werden.
Wasser, Kanal und Müll werden teurer
Die Gebühren für Wasser und Kanal steigen in Wien um rund 4,6 Prozent, jene für die Müllabfuhr um 4,5 Prozent. Grundlage ist das Wiener Valorisierungsgesetz, das eine Anpassung vorsieht, wenn der Verbraucherpreisindex seit der letzten Erhöhung um mindestens drei Prozent gestiegen ist.
Ein Kubikmeter Trinkwasser kostet künftig 2,37 statt bisher 2,27 Euro. Die Kanalgebühr steigt von 2,49 auf 2,60 Euro pro Kubikmeter. Für die Müllabfuhr werden künftig 52,79 statt 50,52 Euro verrechnet.
Die Kurzparkgebühren in Wien bleiben 2027 hingegen unverändert. Der dafür maßgebliche Schwellenwert wurde laut Stadt nicht erreicht.
Fernwärme: Höhere Kosten trotz Rabatt
Auch bei der Fernwärme müssen sich Wiener Haushalte auf höhere Ausgaben einstellen. Wien Energie gewährt in der Heizsaison 2026/27 einen Rabatt von 30 Prozent auf den Arbeitspreis. In der vorherigen Heizsaison lag dieser noch bei 37 Prozent.
Hintergrund sind die gestiegenen Gaspreise. Der Österreichische Gaspreisindex lag bis August 2026 rund 40 Prozent über dem Vorjahreswert. Da etwa die Hälfte der Wiener Fernwärme aus Gaskraftwerken stammt, wirkt sich diese Entwicklung auf die Kosten aus.
Für eine Musterwohnung mit 73 Quadratmetern und einem Jahresverbrauch von 6.000 Kilowattstunden steigen die Gesamtkosten laut der angeführten Berechnung um rund sechs Prozent. Das entspricht etwa 4,60 Euro mehr pro Monat beziehungsweise rund 55 Euro im Jahr. Wie stark sich die Kosten im Einzelfall verändern, hängt vom tatsächlichen Verbrauch ab.
Zusätzlich ändert sich die Zahlungsweise: Statt sechs zweimonatlicher Teilbeträge werden künftig zehn gleich hohe monatliche Teilbeträge vorgeschrieben. Die Umstellung erfolgt automatisch und bedeutet für sich genommen keine zusätzliche Preiserhöhung.
Wiener Linien passen Tarife erneut an
Auch die Wiener Linien haben eine weitere Tariferhöhung für 2027 angekündigt. Künftig sollen die Preise jährlich an den Verbraucherpreisindex gekoppelt werden.
Bei einer angenommenen Inflation von rund 3,5 Prozent könnte die Jahreskarte künftig etwa 483 Euro kosten. Der Preis ist allerdings noch nicht endgültig beschlossen. Auch Einzelfahrscheine und Monatskarten sollen teurer werden; die konkreten Tarife werden noch ausgearbeitet.
Kritik an den Gebührenerhöhungen
Die geplanten Anpassungen sorgen für politische Kritik. Die Grünen fordern eine Preisbremse für öffentliche Verkehrsmittel und warnen vor einer zunehmenden finanziellen Belastung für Menschen mit geringem Einkommen. Die ÖVP kritisiert die automatische jährliche Anpassung der Gebühren und beziffert die zusätzliche Belastung durch höhere Wasser-, Kanal- und Müllgebühren auf rund 42 Millionen Euro.
Die SPÖ verteidigt die Anpassungen. Christian Deutsch, Vorsitzender des Finanzausschusses, verweist auf die gesetzlich geregelte Inflationsanpassung und die Finanzierung der kommunalen Infrastruktur. Allein in die Wiener Wasserversorgung investiert die Stadt nach eigenen Angaben jährlich rund 130 Millionen Euro.
Auch Graz erhöht Parkgebühren
In Graz steigen die Parkgebühren ab 4. Jänner 2027. Der Gemeinderat hat die Anpassung im Rahmen eines Sparpakets beschlossen.
In der Blauen Zone kostet eine halbe Stunde künftig 1,60 statt 1,30 Euro. In der Grünen Zone steigt der Preis von