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Börsenaffäre

Tausend Aktiendeals: Trumps brisante Milliardengeschäfte unter der Lupe

Tausend Aktiendeals: Trumps brisante Milliardengeschäfte unter der Lupe
(FOTO: EPA / SAMUEL CORUM / POOL)
4 Min. Lesezeit |

Tausende Aktiengeschäfte, Milliardensummen, brisante Zeitpunkte – Trumps Finanzdokumente lesen sich wie ein Wirtschaftsthriller.

Im vergangenen Juni tätigte US-Präsident Donald Trump mehr als tausend Aktientransaktionen – dokumentiert in einer Interessenkonflikterklärung, die das Office of Government Ethics am Samstag veröffentlichte. Das Formular listet über tausend einzelne Käufe und Verkäufe auf, gibt jedoch lediglich Wertspannen an, keine exakten Beträge. Die größte Einzeltransaktion war ein Verkauf von Anteilen eines Vanguard-ETF am 22. Juni – mit einem Volumen zwischen fünf und 25 Millionen Dollar.

Umstrittene Käufe

Besonderes Aufsehen erregt der Kauf von SpaceX-Aktien am 23. Juni im Wert zwischen 15.001 und 50.000 Dollar – nur elf Tage nach dem Börsengang des Unternehmens. Laut einem Bericht des Wall Street Journal soll SpaceX durch staatliche Satelliten-Verträge Milliarden lukrieren. Darüber hinaus handelte Trump mit Papieren bedeutender Tech- und Rüstungskonzerne, die ihrerseits Geschäftsbeziehungen zur US-Regierung unterhalten – darunter Palantir. Dessen Aktien kaufte und verkaufte er gleich mehrfach: zweimal veräußert, darunter ein Verkauf im Wert von bis zu einer Million Dollar am 18. Juni, dreimal in kleineren Tranchen zugekauft – unter anderem ein Kauf zwischen 100.001 und 250.000 Dollar am 24. Juni.

Zu den weiteren nennenswerten Positionen zählen Berkshire-Hathaway-Anteile im Wert zwischen einer und fünf Millionen Dollar sowie Käufe von Visa-, Mastercard- und Cintas-Aktien in vergleichbarer Größenordnung. Gehandelt wurden auch Papiere der großen US-Technologiekonzerne Meta, Broadcom, Apple, Microsoft und Nvidia.

Das Weiße Haus hatte nach Trumps Amtsantritt betont, seine Finanzen seien in einen Trust überführt worden. Wer die Transaktionen tatsächlich steuert, bleibt dennoch unklar. Eric Trump, Sohn des Präsidenten und Executive Vice President der Trump Organization, erklärte im Mai, die Konten würden „von unabhängigen Finanzinstituten Dritter verwaltet“ – weder der Präsident selbst noch seine Familie noch die Trump Organization hätten irgendeinen Einfluss auf die Auswahl oder Durchführung konkreter Investitionen.

Rechtlich ist die Lage komplex: Der US-Kongress hat 2012 mit dem STOCK Act geregelt, dass auch der Präsident Finanztransaktionen innerhalb von 45 Tagen melden muss. Allerdings gibt es kein Bundesgesetz, das ihn ausdrücklich verpflichtet, seine Vermögenswerte in einen Blind Trust zu übertragen – eine solche Maßnahme erfolgt traditionell auf freiwilliger Basis, um potenzielle Interessenkonflikte zu vermeiden.

Die Demokraten zweifeln an dieser Darstellung und kritisieren das nach ihren Worten „beispiellose“ Ausmaß der Handelstätigkeit während Trumps zweiter Amtszeit. In einem gemeinsamen Schreiben von Senatorin Elizabeth Warren und Abgeordnetem Robert Garcia schätzen die beiden, dass Trump im Jahr 2025 rund 14.000 Aktientransaktionen mit einem Gesamtvolumen von bis zu 1,06 Milliarden Dollar abgewickelt hat – im Schnitt etwa 50 Transaktionen täglich. Das Weiße Haus ließ gegenüber Bloomberg und anderen Medien ausrichten, Trumps Aktiengeschäfte würden „mithilfe computergestützter Portfoliomodelle durchgeführt, die automatisch anerkannte Indizes wie den Schwab 1000 nachbilden“.

Yum-Brands-Handel

Nach Schätzungen von Forbes erzielte Trump im ersten Jahr nach seiner Rückkehr ins Amt 2025 rund 2,4 Milliarden Dollar – deutlich mehr als die geschätzten 760 Millionen Dollar aus dem Jahr 2024. In dieser Zahl sind die Aktiengeschäfte nicht enthalten, da der Großteil der Erlöse wieder am Markt angelegt wurde. Der wesentliche Teil des neuen Vermögens stammt demnach aus Trumps Aktivitäten im Kryptowährungsbereich.

Ein Detail am Rande wirft zusätzliche Fragen auf: Anfang Juni verkaufte Trump Aktien von Yum Brands – dem Mutterkonzern von KFC, Pizza Hut und Taco Bell –, um sie am 12. Juni in einer Transaktion zwischen 1.000 und 15.000 Dollar wieder zurückzukaufen. Rund einen Monat später wurde ein Ausbruch des Cyclospora-Parasiten mit grünem Salat in Verbindung gebracht, der in Taco-Bell-Filialen in Michigan und vier weiteren US-Bundesstaaten verwendet worden war. Die Besucherzahlen brachen daraufhin ein, der Aktienkurs von Yum Brands stürzte im Juli ab.

Inzwischen hat sich das Papier leicht erholt und liegt im laufenden Monat rund 3,8 Prozent im Plus.

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KO KOSMO-Redaktion
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