8,50 Euro für einen Verlängerten – Wiens Kaffeehauspreise treiben Gäste in die Flucht. Eine Debatte, die tief in den Alltag reicht.
Was in Wiener Kaffeehäusern für einen einfachen Verlängerten aufgerufen wird, hat längst eine Dimension erreicht, die viele Gäste zum Nachdenken bringt – und zum Verzicht treibt. Preise von bis zu 8,50 Euro für eine Tasse Kaffee sorgen in sozialen Netzwerken für hitzige Debatten.
Heiße Preisspirale
Den Anstoß zur aktuellen Diskussion gab ein Beitrag auf Reddit, in dem ein Nutzer über einen Verlängerten um 5,20 Euro klagte. Doch wer einen Blick auf die Getränkekarten gehobener Wiener Adressen wirft, stößt auf noch deutlich höhere Summen. In einem renommierten Hotel entlang der Wiener Ringstraße werden für einen Verlängerten, eine Melange oder einen Cappuccino jeweils 8,50 Euro fällig. In einem traditionsreichen Kaffeehaus unweit der Wiener Staatsoper schlägt eine Melange mit 7,50 Euro zu Buche, ein Verlängerter kommt auf 6,70 Euro.
Die Reaktionen in den sozialen Medien lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. „5,20 für einen Verlängerten? Die sollen alle eingehen“, schrieb ein Nutzer auf Reddit. Ein anderer schildert, wie sich die Preisspirale auf den Alltag seiner Familie auswirkt: „Essen gehen wir eigentlich gar nicht mehr, und auch nicht so wie früher auf einen Kaffee.“
Verändertes Konsumverhalten
Einer der Reddit-Nutzer berichtet, dass seine Familie verstärkt beim Diskonter einkauft und Kleidung bevorzugt aus zweiter Hand bezieht. Der Kaffeehausbesuch gehört offenbar zu den ersten Posten, die gestrichen werden, wenn das Haushaltsbudget unter Druck gerät.