Zum 200. Mal steigt Max Verstappen in Ungarn ins Red-Bull-Cockpit. Trotz aktueller Formschwäche und anhaltender Wechselgerüchte bleibt der vierfache Weltmeister den Bullen treu.
Der Große Preis von Ungarn am Sonntag wird für Max Verstappen zum Jubiläumsrennen. Der Niederländer steigt zum 200. Mal für Red Bull Racing ins Cockpit, wenn in Mogyoród die Ampeln auf Grün schalten (15 Uhr/live ORF1 & Sport24-Liveticker). Seit seinem Debüt 2016 hat der Ausnahmefahrer vier WM-Kronen erobert und zahlreiche Bestmarken in der Königsklasse pulverisiert. Trotz der aktuell holprigen Saison bleibt Verstappen seinem Rennstall treu.
Red-Bull-Berater Helmut Marko stellte klar: Verstappen wird auch 2026 für die Bullen auf Punktejagd gehen. Nach dem enttäuschenden Wochenende in Spa hofft der Titelverteidiger auf Besserung. „Der Hungaroring war für uns nie ein Paradestück“, räumte Verstappen ein. „Aber wir werden die Lehren aus dem letzten Rennen ziehen. Der technisch anspruchsvolle zweite Sektor liegt mir, allerdings ist Überholen hier eine Herausforderung – daher müssen wir im Qualifying vorne mitmischen.“
Deutliche Formschwäche 2025
Verstappens aktuelle Probleme sind ausgeprägter als frühere Krisenphasen bei Red Bull. Nach 13 Rennen liegt er mit über 65 Punkten Rückstand auf die McLaren-Fahrer nur auf dem dritten Platz der WM-Wertung, während Red Bull in der Konstrukteurswertung sogar hinter McLaren, Ferrari und Mercedes rangiert. Der Champion konnte 2025 bislang nur zwei Siege einfahren – ein starker Kontrast zu den Jahren 2021 bis 2024, als er jeweils mindestens zehn Grand-Prix-Erfolge pro Saison feierte.
Im Vergleich zu seinen früheren schwierigen Phasen, etwa 2018 oder 2020, als das Team technisch hinter Mercedes zurücklag, sind die aktuellen Probleme gravierender: Verstappen musste 2025 mehrere Rennen außerhalb der Top 5 beenden, darunter ein Ausfall in Österreich und ein siebter Platz im Qualifying in Silverstone. Dennoch bekräftigt er, dass das Team die Erfahrungen aus dieser schwierigen Saison für die Entwicklung des 2026er-Boliden nutzen will.
Mercedes-Zukunft geklärt
Verstappens Verbleib bei Red Bull beendet die Spekulationen über einen möglichen Wechsel zu Mercedes. Bei den Silberpfeilen sollen George Russell und Nachwuchstalent Kimi Antonelli die Zukunft gestalten. Teamchef Toto Wolff zeigte sich zuletzt zuversichtlich, dass die Vertragsverlängerung mit Russell in Kürze verkündet werden kann. Auch Antonelli soll trotz anfänglicher Anpassungsschwierigkeiten weiterhin das Vertrauen erhalten.
Bei den Spitzenteams McLaren und Ferrari herrscht Kontinuität. Beide Rennställe haben ihre Piloten langfristig an sich gebunden. Zwar liefern sich Oscar Piastri und Lando Norris bei McLaren ein packendes Teamduell – gerade einmal 16 Punkte trennen die beiden Stallrivalen – doch von Spannungen ist nichts zu spüren.
Piastris Erinnerungen
Für Piastri wird der Hungaroring zum Ort schöner Erinnerungen: Vor genau einem Jahr feierte der Australier hier seinen ersten Grand-Prix-Triumph – vor Teamkollege Norris und Lewis Hamilton. Nach seinem jüngsten Erfolg in Belgien am vergangenen Wochenende blickt der Aufsteiger selbstbewusst auf das kommende Rennen: „Es ist immer ein tolles Wochenende. Eine tolle Stadt und eine coole Strecke“, schwärmte er.
Für die übernächste Saison bahnt sich mit Cadillac der Einstieg eines elften Teams in die Formel 1 an. Sergio Perez, der 2023 bei Red Bull seinen Platz räumen musste, gilt als heißer Kandidat für ein Cockpit. Der 35-jährige Mexikaner bringt neben seiner Erfahrung auch wertvolle Sponsorengelder mit.
Auch der Finne Valtteri Bottas wird als möglicher Fahrer gehandelt. Darüber hinaus sind noch je ein Platz bei Red Bull Racing und Alpine vakant – ebenso wie beide Sitze bei den Racing Bulls.