Die neue Paketsteuer sorgt weiter für Ärger: Jetzt will der Handelsverband mit einer Online-Petition die Abschaffung der Abgabe erreichen.
Seit 1. Oktober 2026 gilt in Österreich eine neue Abgabe auf bestimmte Onlinebestellungen. Der Handelsverband Österreich fordert nun ihre rasche Abschaffung und ruft Konsumentinnen, Konsumenten und Unternehmen dazu auf, eine entsprechende Online-Petition zu unterstützen. Die Abgabe beträgt zwei Euro pro Paket beziehungsweise Bestellung. Inklusive Mehrwertsteuer können daraus für Kundinnen und Kunden 2,40 Euro Mehrkosten werden.
Betroffen sind große Versandhändler und Onlineplattformen mit mehr als 100 Millionen Euro Jahresumsatz in Österreich. Laut Handelsverband trifft die Regelung auch zahlreiche heimische Händler, darunter mehr als 4.000 kleine und mittlere Unternehmen, die über entsprechende Plattformen verkaufen.
Handelsverband warnt vor Jobverlusten
Der Handelsverband sieht erhebliche wirtschaftliche Risiken. Eine von ihm beauftragte Analyse der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung prognostiziert einen möglichen Verlust von rund 2.870 Arbeitsplätzen und einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um bis zu 360 Millionen Euro jährlich.
Dabei handelt es sich um Berechnungen zu möglichen Folgen der Abgabe, nicht um bereits eingetretene Verluste. Der Handelsverband argumentiert, dass höhere Kosten den Onlinehandel belasten, Investitionen bremsen und Arbeitsplätze gefährden könnten. Außerdem befürchtet die Interessenvertretung, dass Unternehmen die zusätzlichen Kosten an ihre Kundinnen und Kunden weitergeben.
Mehrheit gegen die Paketsteuer
Der Handelsverband verweist auch auf eine Umfrage von Reppublika Research, die im Auftrag des Verbands durchgeführt wurde. Demnach sprechen sich 70 Prozent der Befragten gegen die Paketsteuer aus. 92 Prozent befürchten, dass die Abgabe zu höheren Endkundenpreisen führen wird.
Die Ergebnisse spiegeln die Einschätzung der befragten Bevölkerung wider. Sie belegen allerdings nicht, dass die Preise tatsächlich bei allen betroffenen Händlern steigen werden. Ob und in welcher Höhe die Mehrkosten weitergegeben werden, hängt von den jeweiligen Unternehmen ab.
Beschwerde bei der EU-Kommission
Der Handelsverband geht auch rechtlich gegen die Regelung vor. Bereits am 6. Oktober brachte er eine Binnenmarkt-Beschwerde bei der Europäischen Kommission ein. Der Verband sieht mögliche Verstöße gegen europäische Regeln, insbesondere gegen die Warenverkehrs- und Dienstleistungsfreiheit, und ersuchte die Kommission, die österreichische Regelung zu prüfen.
Ob die EU-Kommission tatsächlich ein Vertragsverletzungsverfahren einleitet, ist noch offen. Die Beschwerde allein bedeutet nicht, dass die Abgabe gegen EU-Recht verstößt.
Mit der neuen Petition will der Handelsverband den politischen Druck auf die Bundesregierung erhöhen. Besonders das SPÖ-geführte Finanzministerium wird aufgefordert, die Abgabe zurückzunehmen. Bislang ist die Paketsteuer jedoch weiterhin in Kraft.