Eine neue Regelung, hunderte verlassene E-Mopeds: Wien kämpft mit den unerwarteten Folgen eines Gesetzeswechsels.
Seit dem 1. Oktober gilt in Wien eine neue gesetzliche Regelung für E-Mopeds – und die Folgen sind bereits deutlich spürbar: Hunderte Fahrzeuge wurden seither einfach im öffentlichen Raum zurückgelassen, was die Wiener Müllabfuhr MA 48 vor erhebliche Herausforderungen stellt.
Massenhaftes Zurücklassen
Binnen nur zwei Wochen musste die MA 48 insgesamt 454 E-Mopeds aus Grünflächen, Straßenrändern und ungenutzten Grundstücken entfernen. Dem gegenüber stehen lediglich 19 Fahrzeuge, die ordnungsgemäß bei einem der städtischen Mistplätze abgegeben wurden – eine Diskrepanz, die das Ausmaß des Problems deutlich macht. Fahrtüchtige Modelle, die bei der Räumung sichergestellt werden, verkauft die MA 48 weiter.
Die Stadt Wien stellt ihren Bewohnerinnen und Bewohnern eine kostenlose Entsorgungsmöglichkeit zur Verfügung: Ausgediente E-Mopeds können auf städtischen Mistplätzen abgegeben werden, wobei Akkus und Batterien separat vom Fahrzeug zu entsorgen sind, um eine fachgerechte Weiterverarbeitung zu ermöglichen. Viele Besitzerinnen und Besitzer nehmen dieses Angebot jedoch nicht in Anspruch und lassen ihre Fahrzeuge stattdessen einfach stehen.
Logistische Herausforderungen
Die neuen Vorschriften haben damit nicht nur Auswirkungen auf den Stadtverkehr, sondern stellen auch die Umweltordnung Wiens auf die Probe. Wie die Sprecherin der Wiener Müllabfuhr gegenüber dem Kurier erklärte: „Innerhalb von nur zwei Wochen musste die MA 48 insgesamt 454 E-Mopeds aus dem öffentlichen Raum entfernen.“ Die logistischen Anforderungen, die mit dieser Entwicklung einhergehen, beschäftigen die Stadtverwaltung ebenso wie die Frage, wie Bürgerinnen und Bürger stärker zur regelkonformen Entsorgung bewegt werden können.