50 Terabyte Datenmaterial, fünf Ermittler – ein Fall, der die Tiroler Justiz noch Jahre beschäftigen wird.
Ein schwerwiegender Kriminalfall hält die Tiroler Justiz in Atem: Einem 44-jährigen Mann wird vorgeworfen, seine Lebensgefährtin wiederholt betäubt, vergewaltigt und die Taten gefilmt zu haben.
Der Beschuldigte befindet sich seit April in Untersuchungshaft. Ins Visier der Behörden geriet er bereits zu Beginn des Jahres, nachdem er in Internetforen Äußerungen über sexuelle Praktiken mit seiner Lebensgefährtin gemacht hatte – so die Staatsanwaltschaft Innsbruck. Darüber hinaus bestehen Hinweise, dass auch eine frühere Partnerin des Mannes von Übergriffen betroffen gewesen sein könnte. Der 44-Jährige weist sämtliche Vorwürfe von sich. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Ermittlungen bis 2027
Die Ermittler stehen vor einem erheblichen logistischen Problem: Im Zuge der Durchsuchungen wurden rund 50 Terabyte an Daten auf verschiedenen Speichermedien sichergestellt, die nun vollständig ausgewertet werden müssen. Das Landeskriminalamt Tirol ist mit dieser Aufgabe betraut – allerdings stehen dafür lediglich fünf Mitarbeiter zur Verfügung, die gleichzeitig auch andere laufende Verfahren zu bearbeiten haben.
Angesichts der enormen Datenmenge und der knappen personellen Kapazitäten ist davon auszugehen, dass sich die Ermittlungen mindestens bis ins Jahr 2027 erstrecken werden.